Was heißt es, eine soziologische Arbeit zu konzipieren? Zu schreiben? Tatsächlich abzugeben? – Nun, Antworten auf diese Frage können sehr unterschiedlich ausfallen. Lucy Suchman würde vielleicht sagen, dass es dafür einen Ort braucht, an dem und von dem aus sich die Sache angehen lässt – Andrew Abbott zu bedenken geben, dass jede gute Arbeit auf einem Rätsel und einer Idee aufbaut, um es zu bearbeiten – und Howard S. Becker einwenden, dass eine solche Arbeit im Grunde daraus besteht, ständig auf Probleme zu stoßen. (Und sie nach und nach irgendwie in den Griff zu kriegen. Sie sind aber womöglich wie ein:e gute Freund:in - zuverlässige Begleiter:innen.)
Die hier angebotene soziologische Werkstatt soll ein Ort sein, an dem Sie, wenn Sie das möchten, zusammen an Ihren eigenen Antworten auf die eingangs gestellten Fragen arbeiten können. Der Grundgedanke ist, dass das Verfassen einer Masterarbeit ein Forschungsprozess ist – und dass es hilfreich ist, dieses Forschen in erster Linie als Handwerk zu begreifen, das Sie im Tun erlernen und verfeinern.
Das Kolloquium ist so angelegt, dass Sie in hohem Maße mitbestimmen, wie wir arbeiten werden. Einzige Bedingung ist die Bereitschaft, Ihr Vorhaben mit den anderen Teilnehmer:innen zu beraten. Ob Sie dabei ganz am Anfang des Forschungsprozesses stehen, bereits tief in ihn verstrickt sind oder sich kurz vor der Fertigstellung befinden, ist dabei zweitrangig. Kommen Sie, wenn Sie gerade ein Textprojekt haben. Dabei kann es sich auch um ein Promotionsexposé, eine Hausarbeit oder einen Artikel handeln, den Sie gerade vorbereiten.
Im Kommentar angesprochene Texte
Abbott, A., 2004: Methods of Discovery. Heuristics for the Social Sciences. New York: W.W. Norton.
Becker, H.S., 2021: Soziologische Tricks. Wie wir über Forschung nachdenken können. Hamburg: Hamburger Edition.
Suchman, L., 2018: Openings. Sociologica 12: 61–64.
Weiterführende Lektüre
Billig, M., 2013: Learn to Write Badly: How to Succeed in the Social Sciences. Cambridge; New York: Cambridge University Press.
Ghodsee, K.R., 2016: From Notes to Narrative. Writing Ethnographies that Everyone Can Read. Chicago; London: The University of Chicago Press.
Hoebel, T. & S. Lahm, 2022: Schreibgefühle. Über emotionale Ambivalenzen der publikationsorientierten Arbeit an Texten. S. 23–37 in: F. Sowa & D. Vode (Hrsg.), Schreiben publikationsorientiert lehren. Hochschulische Schreiblehrkonzepte aus der Praxis. Bielefeld: wbv Publikation.
Lahm, S. & T. Hoebel, 2021: Kleine Soziologie des Studierens. Eine Navigationshilfe für sozialwissenschaftliche Fächer. Stuttgart: UTB.
Tipp
Das Dossier „Wissenschaft als Handwerk“ des Fachportals Soziopolis bietet Ihnen diverse Hilfestellungen, um eine Arbeit zu konzipieren und zu schreiben. Schauen Sie sich doch mal um, ob für Sie etwas dabei ist. Link
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| one-time | Fr | 10-18 | B2-206 | 29.05.2026 | |
| one-time | Fr | 10:00-18:00 | X-E0-200 | 19.06.2026 | Abschlusskolloquim |
| one-time | Fr | 10-18 | X-E1-203 | 18.09.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 30-M-Soz-MA Conclusion module Abschlussmodul | Abschlusskolloquium | Student information | |
| - | Graded examination | Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.