Seit der Moderne wird Wohnen eng mit dem Privaten und Inneren verknüpft, das sich gegenüber Öffentlichkeit abgrenzt oder gezielt öffnet. Zugleich erweist es sich als ein von sozialen und machtförmigen Strukturen durchzogenes Feld, in dem Subjektivierungsprozesse stattfinden und etwa Geschlechterordnungen performativ hervorgebracht werden – wie sich bespielsweise an "A Room of One’s Own" von Virginia Woolf zeigen lässt.
Der heutige Wohnbegriff ist stark vom bürgerlichen 19. Jahrhundert geprägt und blendet alternative Wohnformen weitgehend aus. Diese Engführung wirkt bis in die Gegenwart, etwa wenn alternative Wohnformen oder Wohnungslosigkeit als soziale Abweichung markiert werden.
Zugleich ist Wohnen ein zentrales Feld künstlerischer und gestalterischer Auseinandersetzung. Bewegungen wie der Jugendstil, der Deutscher Werkbund oder das Bauhaus verhandelten Wohnen als gesellschaftliches Projekt und entwickelten unterschiedliche ästhetische und soziale Konzepte. Dieses Wissen lässt sich als Dispositiv im Sinne von Michel Foucault beschreiben. Die Übung setzt hier an, indem sie zentrale methodische Ansätze der Bild- und Kunstgeschichte – etwa diskursanalytische, praxeologische und gender-theoretische Zugriffe – an exemplarischen Objekten erprobt und deren Anwendbarkeit sowie mögliche Ergänzungen oder Widersprüche diskutiert.
Ausgangspunkt bildet das Ausstellungsprojekt „Wohnen ist Luxus“ des Museum Huelsmann, das am 16. Oktober 2026 eröffnet wird und im Seminar als Referenzrahmen dient. Neben der analytischen Auseinandersetzung mit Fragen zu Wohnformen, sozialer Ungleichheit und zukünftigen Perspektiven des Wohnens gestalten die Studierenden die Ausstellung aktiv mit.
Zwei gemeinsame Sitzungen mit Studierenden der Germanistik (Seminar „Erzähltes Wohnen“ von Prof. Dr. Berenike Herrmann) ergänzen das Programm. Dabei werden das Ausstellungsprojekt sowie "Ein Weberaufstand" (1893-1897) von Käthe Kollwitz und "Die Weber" von Gerhart Hauptmann gemeinsam diskutiert.
Im Rahmen der Übung ist ein Besuch der Ausstellung „Zuhause/At Home. Künstlerische Perspektiven auf Wohnen, Obdach und Unterkunft“ im Osthaus Museum Hagen geplant.
Katharina Eck, Johanna Hartmann, Kathrin Heinz, Christiane Keim (Hg.): Wohn/Raum/Denken : Politiken des Häuslichen in Kunst, Architektur und visueller Kultur, Bielefeld 2021.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Di | 12-14 | S1-209 | 13.04.-24.07.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 22-BKG-MTM Theories and Methods of Art History and Historical Images Studies Modul Theorien und Methoden der Bild- und Kunstgeschichte | Übung zu Methoden der Bild- und Kunstgeschichte | Study requirement
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Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studieren ab 50 |