In der Vertiefung steht eine zentrale pädagogische Fragestellung im Mittelpunkt: Wie kann Lernen als vielfältige methodische Auseinandersetzung mit den drängenden Themen unserer Zeit gestaltet werden? Dazu werden unterschiedliche Arbeitsformen wie Einzelarbeit, World-Café, Fishbowl-Diskussionen, sokratische Gespräche oder pädagogisches Drama erprobt. Ziel ist es, klassische schulische Lernsituationen und ihre methodischen Leitbilder kritisch zu hinterfragen.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die allgemeine Didaktik zunehmend an Orientierungskraft verloren hat und sich verstärkt in spezialisierte, methodisch oder medial ausgerichtete Ansätze auflöst. Gleichzeitig wächst gerade angesichts globaler Krisen der Bedarf nach übergreifenden didaktischen Perspektiven, die das Verbindende und Allgemeine pädagogischen Handelns in den Blick nehmen. Ein solcher Anspruch gerät jedoch in Spannung zu einer Gegenwart, in der Differenz, Vielfalt und Singularität als zentrale Bedingungen anerkannt werden müssen.
Das Seminar positioniert sich bewusst zwischen diesen Polen: Es geht weder um eine Rückkehr zu klassischen allgemeindidaktischen Modellen noch um die unkritische Übernahme von Best-Practice-Rezepten. Stattdessen wird ein Zugang verfolgt, der Begründungsfragen ernst nimmt, ohne sich auf letzte Gewissheiten zu stützen. Didaktik wird dabei als offener, umstrittener und reflektierter Prozess verstanden.
Vor diesem Hintergrund wird der Versuch unternommen, eine „postfundamentalistische“ Perspektive auf Didaktik zu entwickeln. In Anknüpfung an klassische Bildungstheorien werden neue Zugänge erprobt, die Raum für experimentelle Formen des Lehrens und Lernens eröffnen. Dabei steht die These im Raum, dass pädagogisches Handeln angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen an Relevanz verliert, wenn demokratische Teilhabe im Unterricht nicht kontinuierlich thematisiert und gemeinsam mit Lernenden ausgehandelt wird.
Ein zentraler Fokus liegt daher auf der Frage, wie Schüler*innen als aktive, sprechfähige Subjekte verstanden werden können – als Menschen, die von Beginn an Teil der Gesellschaft sind und diese mitgestalten. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Unterricht, Bildung und pädagogische Verantwortung?
In dieser Veranstaltung findet ein Platzvergabeverfahren statt. Bitte informieren Sie sich hier über den Ablauf: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/studium-und-lehre/studiendekanat/studienorganisation/platzvergabe/
Klepacki, Leopold und Jörg Zirfas. 2013. Theatrale Didaktik. Ein pädagogischer Grundriss des schulischen Theaterunterrichts. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, 13.
Gebh, Sara und Sergej Seitz. 2024. Postfundamentalismus. Wien: Facultas/UTB, 8ff4 … Klafki, Wolfgang (1995) Schlüsselprobleme als thematische Dimension einer zukunftsbezogenen Allgemeinbildung. In: Schlüsselprobleme im Unterricht. Weinheim: Juventa 9-14
Allen, Ansgar (2015) The Cynical Educator. Other Education: The Journal of Educational Alternatives Volume 4 (1) 4-15
Rancière , Jacques ( 2018 ) Der unwissende Lehrmeister. Fünf Lektionen über die intellektuelle Emanzipation. Wien: Passagen Verlag
Biesta, Gert (2010) Learner, Student, Speaker: Why it matters how we call those we teach. Educational Philosophy and Theory, Vol. 42, Nos. 5–6.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| every two weeks | Fr | 12-14 | X-E1-203 | 20.04.-24.07.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 25-BE9 Didactic Models and Learning Environments Didaktische Modelle und Lernräume | E3: Modulbezogene Vertiefung | Graded examination
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Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.