Kurzbeschreibung:
Familien leben heute in einer komplexen techno-sozialen Konstellation: Einerseits müssen sie Alltag, Konflikte und Autonomiebedürfnisse auf engem Raum aushandeln – oft unter prekären Bedingungen, mit Migrationserfahrungen und eingeschränkter gesellschaftlicher Partizipation. Andererseits erstrecken sich viele Familien als transnationale Familien über staatliche Grenzen hinweg und müssen Beziehungen über weite geografische Distanzen aufrechterhalten.
Doch wie gestalten Medien diese vielfältigen Beziehungsdynamiken? Wie werden Nähe und Distanz, Präsenz und Absenz im polymedialen Zuhause verhandelt, und welche Rolle spielen dabei soziale Ungleichheiten, familienkulturelle Normen und rechtliche Rahmenbedingungen?
Medienkonsum in disprivilegierten Familien wird häufig pauschal als problematisch oder defizitär bewertet. Dieses Lehrforschungsprojekt setzt dem eine ethnografische Perspektive entgegen: Statt Mediennutzung zu problematisieren, fragen wir danach, welche Probleme und Herausforderungen des Zusammenlebens die spezifischen Medienpraktiken in der Familie lösen. Ausgehend von präsenztheoretischen und techniksoziologischen Ansätzen untersuchen wir, wie das Zuhause durch Medien translokal bis transnational erweitert, aber auch im Binnenverhältnis differenziert und begrenzt wird. Dabei verbinden wir Forschung mit ehrenamtlichem Engagement für das Forschungsfeld.
Geplant ist die Kooperation mit dem Jugendhilfeträger „FamilienWelten. Migrationssensible Hilfen zur Erziehung & Angebote zur Förderung interkultureller Kommunikation“ in Bielefeld. Studierende, die an der Lehrforschung teilnehmen, erhalten die Gelegenheit über die Dauer des Lehrforschungsprojekts ehrenamtlich Unterstützung im Alltag für die Familien und jungen Erwachsenen anzubieten und sich dadurch eine Möglichkeit des Zugangs zum Forschungsfeld zu eröffnen. Sie bieten Hilfe und Unterstützung an und bitten im Gegenzug um Teilnahme an einer ethnografischen Forschung. Das heißt, die Teilnehmenden bitten um Erlaubnis, die für die Forschung relevanten Interaktionen und Beobachtungen, die sie bei den Familien machen, zu protokollieren oder technisch aufzuzeichnen und Interviews zum Forschungsthema mit den Beteiligten zu führen. Als Projektprodukt kann, je nach Engagement der Teilnehmenden, zusätzlich zum Lehrforschungsprojektbericht eine geeignete Form der Präsentation der Projektergebnisse für die allgemeine Öffentlichkeit gemeinsam erarbeitet werden. Hierfür steht eine studentische Assistenz zur Unterstützung zur Verfügung.
Lernziele:
Was du vorher wissen solltest – Realitätscheck
Tipps für die Praxis
Wichtige Regeln & Orga
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Di | 10-14 | 13.04.-24.07.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 30-M-Soz-M11_LF1 Student research project in Media Sociology Lehrforschung in Mediensoziologie | Alternativ zu Seminar 1 und Seminar 2: großes Seminar | Study requirement
|
Student information |
| - | Graded examination | Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Prüfungs- und Studienleistungen:
SoSe 26:
⁃ Erarbeitung und Diskussion des Forschungsstands zur Mediennutzung in Familien
⁃ Einführung in die Grundlagen der Sozialpädagogischen Familienhilfe
⁃ Erarbeiten konzeptioneller Grundlagen
⁃ ethnografische Forschung + Ehrenamt, Einführung in die Ethnografie und ethnografische Methoden der Datengenerierung, sowie der deskriptiven Analyse
Studienleistung: Exposé (+ Präsentation und Diskussion im Seminar)
WiSe 26/27:
⁃ Gegenstandsangemessene Konkretisierung des Forschungsdesigns: Fragestellung, geeignete Analysemethoden und Theorieperspektiven
⁃ Datenaufbereitung und gemeinsame Analyse der Daten (Forschungswerkstatt)
Studienleistung:
⁃ regelmäßige aktive Teilnahme an der Forschungswerkstatt
⁃ mind. 1 x Präsentation der eigenen Daten und -interpretation mit einer geeigneten Analysemethode
Prüfungsleistung: Projektbericht (Analyse/Theoretisierung) + öffentliche Präsentation der Ergebnisse in geeigneter Form (z.B. Plakat) oder Projektprodukt