Während der 'Normalbürger' allenfalls ein paar Zeilen Gryphius erinnert (irgendwas mit Vanitas, Kanonen und blutigen Schwertern?), droht die Barockliteratur, obwohl fast durchweg von Spitzenphilologie erforscht, auch aus dem Curriculum zu verschwinden. Nach einer etwas ausführlicheren Einführung in die soziopolitische Situation nach dem 30jährigen Krieg, Kunst- und Literaturauffassung des 17. Jahrhunderts etc. möchte ich mit Ihnen insgesamt vier Trauerspiele aus dem überschaubaren Textkorpus der Dramen Gryphius', Lohensteins, Hallmanns und Günthers lesen, um die Komplexität und Überlagerung von rhetorischem Profil, allegorisch-emblematischer Struktur und christologisch-politischer Diskursivität zu erfassen (gemeinsame Auswahl der vier Dramen nach der Vorbesprechung). Lernziel ist Kontakt und Auseinandersetzung mit einer nicht-autonomen, nicht-klassischen, gleichwohl faszinierenden Literatur, deren Problembestände uns so fern gar nicht sind.
Lektürebereitschaft; Interesse an einer eher 'fremden' literarischen Epoche
Volker Meid, Die deutsche Literatur im Zeitalter des Barock. Vom Späthumanismus zur Frühaufklärung (de Boor/Newald 5), München 2009, 398-437;
Ingo Meyer, "Urteil und/als Affekt? Vermessungen neuzeitlicher Anthropologie im barocken Trauerspiel", in: Susanne A. Friede, Martina Meidl, Angelika Kemper (Hg.), Kulturen des Urteilens. Prozesse und Konstellationen der Urteilsbildung in Texten der Frühen Neuzeit, Paderborn 2025, 119-164;
Gerhard Spellerberg, "Barockdrama und Politik", in: Daphnis 12 (1983), 127-168
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| block | Block | 14-18 | Unpublished | 24.07.-01.08.2026 |
unbenotete Studienleistung: Referat & Thesenpapier;
benotete Einzelleistung: Hausarbeit von ca. 15 S. Fließtext
(Einhaltung wissenschaftlicher Standards = Argumentation und Nachweise)