230071 Um 1800: Geschlechtermodelle in Aufklärung, Klassik und Romantik (S) (SoSe 2026)

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Auch geschlechterhistorisch vollzieht sich im 18. Jahrhundert ein epochaler Wandel. In der Forschung ist man sich weitgehend darüber einig, dass um 1800 ein modernes bürgerliches Geschlechtermodell sich durchsetzt und konkurrierende Konzepte (etwa das der gelehrten Frau der Frühaufklärung) hinter sich lässt. Geschlecht wird nunmehr als identitätsstiftende Kategorie verstanden, die binär männlich oder weiblich strukturiert und anatomisch fundiert ist, das heißt, Körpermerkmale definieren die Psyche und soziales Verhalten. 'Die Frau' erscheint fortan als passives, emotionales Wesen voller Natur, 'der Mann' ist als rationales Wesen zur Reflexion und aktiven Gestaltung der Welt bestimmt. Im gleichen Zuge machen Forscher*innen darauf aufmerksam, dass dieses Geschlechtermodell von Beginn an „das Produkt einer engen Zusammenarbeit von Natur- und Geisteswissenschaften, von Bildungssystemen und Kultur“ (Schößler: Gender Studies, S. 33) ist und damit keineswegs ‚natürlich‘. Literarische Texte dürfen als Artefakte gelten, die von bestimmten Vorstellungen von Geschlecht geprägt sind, diese aber vor allem auch mit hervorbringen und ausarbeiten.
In dem Seminar diskutieren wir entlang kanonischer Texte der Aufklärung, (Weimarer) Klassik und Frühromantik die Geschlechtermodelle, die den Texten zugrunde liegen bzw. darin ausgehandelt werden. Ziel ist es, gemeinsam zu untersuchen, wie in der Literatur jeweils Gender inszeniert und mit erzählerischen oder poetischen Mitteln ausgestaltet wird.

Requirements for participation, required level

Vorausgesetzt werden die regelmäßige Teilnahme und die Lektüre der mitunter unzugänglichen Texte. Außerdem wird der Abschluss des Fachportals dringend empfohlen, da wir uns bei der Analyse der literarischen Texte auf die dort erarbeitete Terminologie beziehen werden.

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