Ekel ist eine starke menschliche Empfindung, die sich kaum kognitiv kontrollieren lässt. Ekelerregendes berührt uns, es drängt sich auf und bedroht fundamental. Jede theoretische Auseinandersetzung mit dem Ekel, so Menninghaus, ist zu verstehen als ein „Gegenstück [...] zur Theorie der Liebe, des Begehrens und des Appetits“ (W. Menninghaus 2022, S. 7). Das Ekelhafte möchte man also möglichst nicht in seiner Nähe haben – und doch löst es große Faszination aus. Nicht nur die Dschungelprüfungen des Fernsehformats Ich bin ein Star – holt mich hier raus! machen sich das zunutze, sondern auch Literatur, Performance- sowie bildende Kunst haben immer wieder mit dem Ekel gearbeitet. Dabei geht es auch um das Thematisieren und Aufbrechen von Darstellungstabus: Körperflüssigkeiten, Exkremente, alternde, versehrte oder verwesende Körper, Sexualität etc.
In diesem Seminar werden wir uns mit unterschiedlichen Ästhetik- und Kulturtheorien zum Ekel auseinandersetzen. Zudem werden wir literarische Texte (beispielsweise von Gottfried Benn, Franz Kafka, Rolf Dieter Brinkmann oder Charlotte Roche) und je nach Interesse des Seminars auch Filme oder Performances in den Blick nehmen und diskutieren. So wollen wir gemeinsam dem auf die Spur kommen, was das Ekelerregende eigentlich so ekelhaft macht und gleichzeitig fragen, welche Faszination davon ausgehen kann.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mo | 12-14 | X-E0-234 | 13.04.-24.07.2026 | |
| wöchentlich | Mo | 12-14 | U5-211 | 13.04.-24.07.2026 |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.