Wichtiger formaler Hinweis zur Anmeldung:
Für diese Veranstaltung gibt es eine zentrale Platzvergabe. Studierende werden darüber gesondert per Mail informiert. Bei Fragen zum Vorgehen wenden Sie sich bitte direkt an: seminarplatzvergabe-psychologie@uni-bielefeld.de
Inhalt:
Moral – gemeint sind hiermit zum einen moralische Werte und Überzeugungen sowie korrespondierendes Verhalten – und Aggression – also Verhalten mit Schädigungsabsicht – sind hoch-aktuelle Forschungsgebiete der Sozialpsychologie. Die in dieser Veranstaltung durchzuführenden Experimente werden sich mit Themen aus diesem Bereich befassen und an Forschungsschwerpunkte der Arbeitseinheit "Angewandte Sozialpsychologie und Geschlechterforschung" anknüpfen. Wir werden voraussichtlich die folgenden Themen bearbeiten:
(1) Kooperation und Misstrauen. Hierbei wird es darum gehen, inwiefern Verhandlungen bzw. Gruppeninteraktionen durch Persönlichkeitsmerkmale beeinflusst werden (z.B. durch Opfersensibilität als Angst ausgenutzt zu werden), inwiefern schon besondere Persönlichkeitsmerkmale einzelner Personen für die Gruppen-/Verhandlungsdynamik schädlich sein können und welche situativen Faktoren diese Effekte verstärken bzw. abfedern.
(2) Reaktionen auf Untreue. Hier knüpfen wir an den Befund an, dass Frauen emotionale Untreue schlimmer finden als Männer, Männer hingegen sexuelle Untreue schlimmer finden als Frauen. Wir wollen experimentelle Designs erproben, anhand derer sich Aussagen über die jeweilige Angemessenheit soziokultureller und evolutionspsychologischer Erklärungen für diesen Geschlechtsunterschied treffen lassen.
(3) Vergewaltigungsmythenakzeptanz und Victim Blaming. Stereotype Einstellungen zu sexueller Gewalt (= Vergewaltigungsmythen) sind ein etablierter Prädiktor für die Neigung, Opfern sexueller Gewalt Schuld zuzuweisen. Mittels experimenteller Designs soll untersucht werden, wie Beobachter die Beurteilung von Fällen schrittweise anpassen, wenn sie zusätzliche Fallinformationen erhalten. Hierbei soll untersucht werden, in welcher Weise Unterschiede in der Vergewaltigungsmythenakzeptanz Einfluss nehmen auf diese Anpassung.
Die vorgestellten Themen sind beispielhaft zu verstehen. Die genaue Forschungsfrage wird in den Kleingruppen zusammen mit dem Lehrenden entwickelt.
Im Verlauf der Veranstaltung werden Studierende durch aktive Teilnahme an allen Phasen des Forschungsprozesses mit den Grundlagen experimentellen Arbeitens in der Sozialpsychologie vertraut gemacht. In Plenumssitzungen werden allgemeine Themen wie Literatursuche und -verwaltung, Lesen wissenschaftlicher Texte, Logik und Methode des Experiments, statistische Grundlagen, Analyseverfahren, wissenschaftliches Schreiben vorgestellt und anhand von Übungen vertieft. In Kleingruppen erarbeiten die Teilnehmer*innen zeitlich parallel spezifische Fragestellungen, die Aspekte der aktuellen sozialpsychologischen Forschung aufgreifen. Den Hauptteil der Veranstaltung bilden die Planung, Durchführung, Auswertung und Verschriftlichung der Forschungsprojekte in Gruppen von jeweils 3-5 Studierenden unter Anleitung. Die Gruppen treffen sich auch außerhalb der festen Veranstaltungszeiten. Im letzten Abschnitt des Projektseminars erstellt jede Gruppe einen Abschlussbericht und stellt ihre Ergebnisse im Plenum vor.
Diese Veranstaltung richtet sich an Studierende im BSc-Studiengang Psychologie. Die Teilnehmer*innen sollten die Methodenveranstaltungen des ersten Semesters erfolgreich abgeschlossen haben. Vorkenntnisse aus sozialpsychologischen Grundlagenveranstaltungen sind wünschenswert.
Für diese Veranstaltung gibt es eine zentrale Platzvergabe. Studierende werden darüber gesondert per Mail informiert. Bei Fragen zum Vorgehen wenden Sie sich bitte direkt an: seminarplatzvergabe-psychologie@uni-bielefeld.de
Zum Thema "Kooperation und Misstrauen":
• Magraw-Mickelson, Z., Süssenbach, P., & Gollwitzer, M. (2022). The virus of distrust: How one victim-sensitive group member can affect the entire group’s outcomes. European Journal of Social Psychology, 52, 487-499.
Zum Thema "Reaktionen auf Untreue":
• Bohner, G., & Wänke, M. (2004). Psychological gender mediates sex differences in jealousy. Journal of Cultural and Evolutionary Psychology, 2(3-4), 213-229. https://doi.org/10.1556/JCEP.2.2004.3-4.3 [Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt übernehmen]
Zum Thema " Sozialer Status und sexuelle Gewalt":
• Süssenbach, P., Bohner, G., & Eyssel, F. (2012). Schematic influences of rape myth acceptance on visual information processing: An eye-tracking approach. Journal of Experimental Social Psychology, 48, 660-668.
Weitere Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Mo | 10-12 | 13.04.-24.07.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 27-FoPrak Research Internship Forschungsorientiertes Praktikum | FoPrak | Graded examination
|
Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.