„Wirtschaft“ ist ein klassischer Untersuchungsgegenstand der Soziologie. Das liegt insbesondere daran, dass die Soziologie seit ihrer Entstehung eine „Krisenwissenschaft“ ist, die sich mit den Formen, Verläufen und Folgen kapitalistischen Wirtschaftens und Vergesellschaftens befasst. Grundlegende Fragen für die Wirtschaftssoziologie sind: Was bedeutet es, wirtschaftlich zu handeln? Unter welchen gesellschaftlichen Voraussetzungen findet es statt, unter welchen Einschränkungen? Welchen Stellenwert hat Geld dabei, welchen die Warenförmigkeit von Gütern und ihre Preise? Und wie bekommen die Dinge eigentlich ihren Wert? Dabei geht es dann nicht selten um Wirtschaftsordnungen, die zugleich herrschaftliche und symbolische Ordnungen sind: Wie können wir uns begreiflich machen, dass wirtschaftliches Handeln sich oftmals marktförmig ereignet, daran aber zugleich auch staatliche Aktivitäten ihren Anteil haben? Und welche Formen wirtschaftlichen Handelns finden gerade nicht marktförmig statt?
Damit eng verbunden untersucht die Wirtschaftssoziologie spezifische Phänomene, Muster und Verläufe des Wirtschaftens, die sich an konkreten Orten und zu bestimmten Zeiten ereignen, die sich soziohistorisch wandeln und die in einer bestimmten historischen Situation „kulturbedeutsam“ (Max Weber) sind. So setzen sie sich z.B. mit der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus, wirtschaftlich-technischen Neuerungen und Fragen gesellschaftlicher Transformation auseinander.
Die Einführung in die Wirtschaftssoziologie fächert diese Fragen auf und gibt einen Einblick in die zentralen soziologischen Perspektiven zur Beantwortung dieser Fragen. Didaktisch wechseln wir dafür zwischen den Formaten Vorlesung und Übung.
In der zweiwöchentlich stattfinden Vorlesung von Alexandra Scheele lernen Sie grundlegende soziologische Positionen zum gesellschaftlichen Charakter des Wirtschaftens kennen. Sie sind nach acht inhaltlichen Blöcken gegliedert: (1) Wirtschaft, soziologisch betrachtet – (2) Arbeit, Produktion und Konsumtion – (3) Knappheit und Überfluss – (4) Tausch und Geld – (5) Einbettung und Legitimation – (6) Spielarten des Kapitalismus – (7) Kapitalismus und Krise – (8) Transformation in Sicht? Ein Fazit.
In den Übungen, die Sie zwischen den Vorlesungsterminen entweder bei Jonas Feldmann oder Greta Wienkamp besuchen, vertiefen Sie ausgewählte wirtschaftssoziologische Argumente. Dazu dienen gezielte Lektüren, die Sie dort diskutieren.
Falls Sie für das Fachmodul 30-M24 „Arbeit, Wirtschaft, Sozialpolitik“ eine Hausarbeit schreiben möchten, haben Sie dort auch Gelegenheit, ein Konzept zu entwickeln. Wir als Lehrende begleiten Sie dabei, wenn Sie das möchten.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| every two weeks | Di | 12-14 | 13.10.2026-02.02.2027 | Vorlesung (mit 301022) | |
| every two weeks | Di | 12-14 | 20.10.2026-02.02.2027 | Übung I |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 30-M21 Specialisation Module Integration II: Society / the Economy | Wirtschaftssoziologie | Study requirement
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Student information |
| 30-M24 Specialisation Module Labour, the Economy, Social Policy I | Seminar 1 | Study requirement
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Student information |
| Seminar 2 oder Vorlesung mit Übungsanteil | Study requirement
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Student information | |
| - | Graded examination | Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.