Das Ziel dieser Veranstaltung ist, zentrale Kompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln.
Es sollen interdisziplinäre Forschungsfragen aufgegriffen werden, die linguistische und sozialpsychologische Theorien verbinden. Im thematischen Fokus steht dabei der Einfluss der Sprache auf das Denken, Urteilen und Verhalten. Dabei können zum Beispiel konkrete Forschungsfragen zu folgenden Subthemen entwickelt werden:
(a) Analogien
Im Alltag werden oft Analogien genutzt, um zum Beispiel eine gegenwärtige Situation mit einer vergangenen zu vergleichen. So werden gerne Analogien zum Zweiten Weltkrieg gezogen, um den Ernst eines aktuellen Ereignisses oder antizipierte Folgen dieses Ereignisses zu verdeutlichen oder auch zu dramatisieren. So hat zum Beispiel Schäuble Putins Annexion der Krim mit Hitlers Verhalten im Sudetenland verglichen (http://www.zeit.de/politik/2014-03/hitler-putin-schaeuble). Inwieweit können durch solche Analogien individuelle Entscheidungen, zum Beispiel kurz vor einer politischen Wahl, oder auch Einstellungen zu einem bekannten oder unbekannten Gegenstand beeinflusst werden?
(b) Sound Symbolism
Wörter können alleine durch ihren Klang, unabhängig von ihrer Wortbedeutung, Semantik übermitteln. Individuen beurteilen daher Wörter auch in Abhängigkeit der im Wort enthaltenen Phoneme. Inwieweit wirken sich solche Klang-Effekte auf die Urteilsbildung oder das Verhalten aus?
In 14-tägigen Sitzungen werden jeweils im Plenum zentrale Aspekte des Projekts besprochen. In Kleingruppen erarbeiten die TeilnehmerInnen anschließend zeitlich parallel spezifische Fragestellungen, die Aspekte der aktuellen sozialpsychologischen Forschung aufgreifen.
Den Hauptteil der Veranstaltung bilden die Planung, Durchführung und Auswertung der Experimente in Gruppen von jeweils 4 Studierenden unter Anleitung der Dozentin und einer studentischen Hilfskraft. Die Gruppen treffen sich auch außerhalb der festen Veranstaltungszeiten, insbesondere während der Datenerhebung. Im letzten Abschnitt des Projektseminars stellt jede Gruppe ihre Ergebnisse im Plenum vor und schreibt einen Forschungsbericht. Zum Abschluss des Empras soll ein gemeinsames Poster erstellt und präsentiert werden.
Ausschließlich für Studierende im BSc-Studiengang Psycholgie.
Die TeilnehmerInnen sollten die Methodenveranstaltungen des ersten Semesters erfolgreich abgeschlossen haben.
Teilnahmebegrenzung: 16 Studierende
Verbindliche Anmeldung in der ersten Sitzung (= gemeinsame Vorbesprechung aller C.3-Veranstaltungen), Raum und Zeit wird noch bekannt gegeben.
Begründung der Teilnahmebegrenzung: Bei einer maximalen Gruppengröße von 4 Studierenden können im Rahmen der vorgesehenen Betreuungszeiten und aufgrund des hohen apparativen Aufwandes (i.d.R. computergestützte Experimente) maximal 4 Gruppen, d.h. 16 Studierende, in der Veranstaltung betreut werden.
Fiedler, K. & Freytag, P. (2006). Sprachliche Kommunikation. In H.-W. Bierhoff & D. Frey (Hrsg.), Handbuch der Sozialpsychologie und Kommunikationspsychologie (S. 545–554). Göttingen: Hogrefe.
Shrum, L. J. & Lowrey, T. M. (2007). Sounds convey meaning: The implications of phonetic symbolism for brand name construction. In T. M. Lowrey (Ed.), Psycholinguistic phenomena in marketing communications (pp. 39–58). Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.
Spellman, B. A. & Holyoak, K. J. (1992). If Saddam is Hitler then who is George Bush? Analogical mapping between systems of social roles. Journal of Personality and Social Psychology, 62(6), 913–933.
Yorkston, E. & Menon, G. (2004). A sound idea. Phonetic effects of brand names on consumer judgments. Journal of Consumer Research, 31, 43–51.
Weitere Literatur wird in der Veranstaltung und je nach Thema empfohlen.
Für Sound Symbolism empfehle ich: T. M. Lowrey (Ed.) (2007). Psycholinguistic phenomena in marketing communications. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
|---|
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 27-C_ver1 Einführung in empirisch-wissenschaftliches Arbeiten Einführung in empirisch-wissenschaftliches Arbeiten | C.2 Empirisch-Experimentelles Projektseminar | benotete Prüfungsleistung
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Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Psychologie (Kernfach) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kernfach | C.3 | 8 | benotet |
Benotete Einzelleistung mit 6 LP für regelmäßige aktive Teilnahme (d.h. Mitwirkung an der Planung, Durchführung und Analyse einer empirischen Studie) und die Erstellung eines Forschungsberichts. Dieses Projektseminar läuft über 2 Semester und wird im Wintersemester 2015/16 abgeschlossen. Die Teilnahme auch im Wintersemester ist verpflichtend für den Erwerb der Leistungspunkte.