Durch den Einsatz digitaler Technologien verändert sich die Arbeitswelt. Arbeit, die von Menschen geleistet wird, wird teils von vernetzten digitalen, teils ‚intelligenten‘ Systemen, teils unter Einsatz von Robotern übernommen. ‚Künstliche Intelligenz‘ wird z.B. in Industriebetrieben, in der Verwaltung, in der Finanzindustrie, in Kultur- und Medienberufen und in der Medizin eingesetzt. Sie übernimmt teils Routineaufgaben und trägt so zur Entlastung bestimmter Beschäftigtengruppen bei, teils ist sie aber bereits Interaktionspartner und aktive ‚Mitarbeiterin‘ im Arbeitsprozess. Dieser verstärkte Einsatz von ‚Künstlicher Intelligenz‘ führt bereits jetzt zu einem Abbau von Arbeitsplätzen und lässt ganze Berufsgruppen verschwinden. Aber auch dort, wo menschliche Arbeit weiterhin von Bedeutung ist, verändern sich Arbeitsabläufe und Arbeitsinhalte. Für die Arbeitssoziologie stellen sich z.B. folgende Fragen: Wie verändern sich die Berufe und Berufsausbildungen und was folgt daraus für die Menschen, die in diesen Berufen arbeiten oder gearbeitet haben? Wie wirkt sich der Einsatz von digitalen Technologien auf die betriebliche Organisation und die Arbeitsinhalte aus? Inwiefern verändern sich die beruflichen Anforderungen und Kompetenzerwartungen an die Beschäftigten? Wo wird lebendige Arbeit ersetzt, wo entstehen neue Aufgaben?
Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, sich intensiver und forschungsorientiert mit der Digitalisierung von Wirtschaft und Arbeit auseinanderzusetzen und dabei insbesondere die Auswirkungen von ‚Künstlicher Intelligenz‘ in den Blick zu nehmen. Zunächst werden wir uns gemeinsam theoretisch mit dem digitalen Kapitalismus auseinandersetzen und den Einsatz von KI in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen und Berufen nachvollziehen. Ziel ist es, eine gemeinsame Forschungsheuristik zu entwickeln. Anschließend werden entlang eigener Forschungsinteressen Projektgruppen gebildet, die selbständig Literatur recherchieren und ein Forschungsdesign für eine eigene qualitative Untersuchung entwickeln. Diese wird dann während des Sommersemesters und des nachfolgenden Wintersemesters durchgeführt und ausgewertet. In der Lehrforschung werden Hinweise zur Durchführung qualitativer Forschungen vorgestellt und diskutiert.
Diese Lehrforschung ist auf zwei Semester angelegt und wird im Wintersemester 2026/27 fortgesetzt. Die schriftlichen Berichte (Hausarbeiten im Umfang von ca. 50-60 Seiten) auf der Basis der empirischen Arbeit sind grundsätzlich zum Ende des Wintersemesters 2026/27 anzufertigen; eine Verlängerung ist um maximal 2 Monate möglich, wenn ausreichende Gründe nachgewiesen werden.
Zur Vorbereitung: Tanja Carstensen, Simon Schaupp, Sebastian Sevignani (Hg.): Theorien des digitalen Kapitalismus. Arbeit und Ökonomie, Politik und Subjekt. Berlin 2023
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| one-time | Mi | 14-18 | ONLINE | 15.04.2026 | |
| weekly | Mi | 14-18 | X-E1-203 | 22.04.-22.07.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 30-M-Soz-M4_LF2 Student research project in Sociology of Work and Economics Lehrforschung in Arbeits- und Wirtschaftssoziologie | Alternativ zu Seminar 1 und Seminar 2: großes Seminar | Study requirement
|
Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Es wird von den Teilnehmer*innen eine klare Bereitschaft zu regelmäßiger und aktiver Teilnahme an Plenar- und Teamsitzungen sowie zu kooperativer und selbstverantwortlicher Projektarbeit erwartet. Eine Durchführung individueller, „teamfreier“ Projekte wird nicht möglich sein; nur im Rahmen der Projektteams können Erhebungen/Auswertungen arbeitsteilig an verschiedenen Fällen durchgeführt werden, die Präsentation der Ergebnisse erfolgt aber im Team.
Es werden Grundlagenkenntnisse in der Arbeits- und Wirtschaftssoziologie erwartet, die entweder im Rahmen entsprechender einführender Veranstaltungen oder durch gründliche Lektüre von Einführungsbüchern erworben worden sein können. Geeignete Einführungen:
Funder, Maria (2011): Soziologie der Wirtschaft: Eine Einführung. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag. Online verfügbar (Campus Lizenz) unter https://doi.org/10.1524/9783486714241
Minssen, Heiner (2019): Arbeit in der modernen Gesellschaft. Eine Einführung. Wiesbaden: Springer VS. Online verfügbar (Campus Lizenz) unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-22358-8
Ebenfalls hilfreich sind Kenntnisse und möglichst praktische Vorerfahrungen im Bereich qualitativer Methoden (Erhebungs- und Auswertungsmethoden).