270227 Empirisch-experimentelles Projektseminar: Sozialpsychologie (S) (WiSe 2014/2015)

Inhalt, Kommentar

Kooperativer Intergruppenkontakt gilt als erfolgreiche Methode zum Abbau von Vorurteilen und Intergruppenkonflikten (Allport, 1954; Pettigrew & Tropp, 2006). Neuere Untersuchungen zeigen, dass auch imaginierter Kontakt, also die bloße gedankliche Simulation eines Kontaktes mit Fremdgruppenmitgliedern, zu einer Verringerung von Vorurteilen führen kann (z.B. Turner, Crisp & Lambert, 2007). Welche kognitiven Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit dieses experimentellen Paradigmas auf die Reduktion von Vorurteilen? Im Rahmen dieses Empras soll untersucht werden, welche Rolle insbesondere die psychologische Distanz hierbei spielt. Psychologisch distant sind Objekte, wenn sie nicht in der direkten und unmittelbaren Realität vom Selbst erfahren werden und daher mental konstruiert werden müssen. Die bekannteste Theorie, die sich mit psychologischer Distanz beschäftigt, ist die „Construal Level Theorie“ (CLT; Trope & Liberman, 2010). Laut CLT setzt sich psychologische Distanz aus vier unterschiedlichen Formen von Distanz zusammen: zeitliche, räumliche und soziale Distanz sowie Wahrscheinlichkeit. Eine Hauptannahme der CLT ist, dass sich unsere mentalen Repräsentationen in Abhängigkeit von Distanz zu einem Ereignis oder Objekt unterscheiden. Je größer die Distanz, umso wahrscheinlicher werden Ereignisse abstrakt repräsentiert (high level construal); je geringer die Distanz, umso wahrscheinlicher werden Ereignisse konkret repräsentiert (low level construal). Im Rahmen des Empras soll nun geprüft werden, inwiefern sich psychologische Distanz zum einen und unterschiedlich abstrakte mentale Repräsentationen zum anderen auf die positiven Effekte imaginierten Kontakts auswirken können. Eine Fragestellung könnte sich beispielsweise damit beschäftigen, ob imaginierter Kontakt nur dann erfolgreich ist, wenn man ihn in unmittelbarer Zukunft stattfindend imaginiert oder ob Kontakt auch positive Auswirkungen haben kann, wenn er in der ferneren Zukunft stattfindend imaginiert wird. Eine weitere mögliche Fragestellung wäre, ob imaginierter Kontakt in Abhängig von der mentalen Repräsentation auch negative Auswirkungen haben kann.

In diesem Semester steht die Auswertung der Experimente sowie das Verfassen eines Forschungsberichts im Fokus.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Bei diesem Kurs handelt es sich um eine Fortsetzung des im SS 2014 begonnenen Empras. Teilnehmen können daher nur Studierende, welche bereits im SS 2014 an dieser Veranstaltung teilgenommen haben.

Literaturangaben

Pettigrew, T. F., & Tropp, L. R. (2006). A meta-analytic test of intergroup contact theory. Journal of Personality and Social Psychology, 90, 751-783.
Trope, Y., & Liberman, N. (2012). Construal level theory. In P. A. M. Van Lange, A. W. Kruglanski & E. T. Higgins (Eds.), Handbook of theories of social psychology (Vol 1), pp. 118-134. Thousand Oaks, CA: Sage Publications.
Turner, R. N., Crisp, R. J., & Lambert, E. (2007). Imagining intergroup contact can improve intergroup attitudes. Group Processes and Intergroup Relations, 10, 427-441.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
einmalig Do 10-12 V2-205 09.10.2014 Vorbesprechung
wöchentlich Mo 10-12 C6-200 17.11.2014-02.02.2015
nicht am: 22.12.14 / 29.12.14

Verstecke vergangene Termine <<

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
27-C_ver1 Einführung in empirisch-wissenschaftliches Arbeiten C.2 Empirisch-Experimentelles Projektseminar benotete Prüfungsleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Psychologie (Kernfach) / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kernfach C.3   8 benotet  

Benotete Einzelleistung mit 6 LP für regelmäßige aktive Teilnahme (d.h. Mitwirkung an der Planung, Durchführung und Analyse einer empirischen Studie) und die Erstellung eines Forschungsberichts.

Kein E-Learningangebot vorhanden
Teilnahmebegrenzung:
Begrenzte Anzahl Teilnehmer*innen: 16
Adresse:
WS2014_270227@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die Veranstaltungsteilnehmer*innen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_48456926@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Mittwoch, 8. Oktober 2014 
Letzte Änderung Räume:
Mittwoch, 8. Oktober 2014 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft / Abteilung Psychologie
Fragen oder Korrekturen?
Fragen oder Korrekturwünsche zu dieser Veranstaltung?
Planungshilfen
Terminüberschneidungen für diese Veranstaltung
Link auf diese Veranstaltung
Wenn Sie diese Veranstaltungsseite verlinken wollen, so können Sie einen der folgenden Links verwenden. Verwenden Sie nicht den Link, der Ihnen in Ihrem Webbrowser angezeigt wird!
Der folgende Link verwendet die Veranstaltungs-ID und ist immer eindeutig:
https://ekvv.uni-bielefeld.de/kvv_publ/publ/vd?id=48456926
Seite zum Handy schicken
Klicken Sie hier, um den QR Code zu zeigen
Scannen Sie den QR-Code: QR-Code vergrößern
ID
48456926