Start my eKVV Studieninformation Lernräume Prüfungsverwaltung Anmelden

300073 Stichprobenziehung (S) (SoSe 2014)

Inhalt, Kommentar

In dieser Veranstaltung lernen Sie Stichproben als Instrument der Forschung kennen. Um Forschungsergebnisse zu verstehen und um selbst zu forschen, müssen Sie einen Überblick der Möglichkeiten und Grenzen der Stichprobenziehung besitzen.

Wir erarbeiten diesen Überblick durch vorbereitende individuelle Lektüre, Vorträge und Diskussionen. Die Veranstaltung ist praxisorientiert. Statistische Aspekte werden berührt, aber nicht vertieft.

Lernziel ist die Fähigkeit, Stichprobentechniken für eigene Forschungszwecke anzuwenden. Sie stellen diese Fähigkeit mit einer Hausarbeit unter Beweis. Darin entwerfen Sie ein Stichprobenkonzept für den Einsatz in einer fiktiven eigenen Studie. Den Gegenstand und die Fragestellung der Studie wählen sie nach thematischem Interesse und in Abstimmung mit dem Veranstalter. Unter Würdigung der stichprobentechnischen Kenntnisse, die Sie im Seminar erworben haben, beschreiben Sie, welche Stichprobe Sie für die Studie heranziehen würden. Sie schlüpfen dazu in die Rolle eines fiktiven universitären Forschers, der über Ressourcen (Geld, Personal) verfügt und Zugang zu bestimmten Datenquellen (etwa dem Einwohnermelderegister) besitzt. Mit diesem Stichprobenkonzept stellen Sie Ihr methodisches Know-How unter Beweis.

Die Hausarbeit behandelt folgende Aspekte:

  • Gegenstand und Fragestellung der Studie: Was interessiert Sie am Thema? Sie können hier thematische Literatur anführen, doch ist das nicht zwingend erforderlich. Aus der Darstellung soll hervorgehen, welche Anforderungen die Stichprobe erfüllen muß.
  • Grundgesamtheit: Über wen oder was wollen Sie Aussagen treffen? Präzisieren Sie Abgrenzungskriterien.
  • Temporalität: Inwiefern spielt die Zeitdimension in Ihrer Studie eine Rolle?
  • Auswahlverfahren, Auswahlrahmen, Auswahlkriterien: Wie wird die Stichprobe gewonnen? Halten Sie fest, welche Möglichkeiten theoretisch in Frage kommen. Diskutieren Sie Vor- und Nachteile alternativer Lösungen. Erörtern Sie, ob sich das Untersuchungsziel mit vorhandenen Umfragedatensätzen (z. B. SOEP, ALLBUS) erreichen läßt. Dies wird der umfangreichste Abschnitt sein.
  • Eigenschaften Ihrer Lösung: Repräsentativität, Ausfälle, Verzerrungen etc.
  • Kosten: eine grobe Abschätzung

Alles, was Sie für die Hausarbeit benötigen, erfahren Sie im Seminar. In den Diskussionsphasen wird Raum für Ihre Fragen sein.

Leistungspunkte erwerben Sie, indem Sie

  • das Seminar besuchen
  • ein Thema mündlich vorstellen
  • eine Hausarbeit schreiben (s. o.).

Mündliche Präsentation

Sie geben einen thematischen Input zur Diskussion im Seminar. Dazu bereiten Sie sich durch Lektüre vor. Sie orientieren sich beim Vortrag an Überlegungen zur Stichprobe in einem eigenen Untersuchungsprojekt.

Die folgende Liste enthält Beispiele denkbarer Studien, für die Sie ein Stichprobenkonzept entwerfen sollen.

  • Der Einfluß der Elternschaft auf Freundschaftskontakte
  • Frust mit dem Provider? Die lange Leitung ins Internet
  • LGBT sein in der Freizeitindustrie
  • Die Große Koalition in der Wahrnehmung der Wähler
  • Berufseinstiegserfahrungen der heute 25-Jährigen
  • Diskriminierung visueller Minderheiten
  • Musik und ihre Bedeutung im Wandel der Zeit
  • Zufrieden mit Mobiel?
  • Milieuzugehörigkeit und Akzeptanz des Fahrrads
  • Berufswahlpräferenzen 15-Jähriger
  • Wem machen Ausländer Angst?
  • Städtebauliche Umgebung und subjektives Wohlbefinden
  • Was erwartet der Wähler in der Krimkrise von der Nato?
  • Schutzgelderpressung in Geschäften von Einwanderern
  • Treiben Frauen anders Sport als Männer?
  • Schützen sich Besucher von Swinger-Clubs vor STD?
  • Was erwarten Rollstuhlfahrer von einem öffentlichen Gebäude?
  • Müssen sich Geschiedene finanziell besonders einschränken?
  • Unterscheiden sich Online-Spielsüchtige von herkömmlichen Spielsüchtigen?

Vorläufiger Zeitplan

1 10.04.2014
Einführung: Die Bedeutung von Stichproben für die Sozialforschung;
Organisation des Seminars

2 17.04.2014
Themenvergabe: Referate und Hausarbeiten

3 24.04.2014
Melderegister+Telefonbuch (Referat Salentin)

(01.05.2014 1. Mai)

4 08.05.2014
Standardverfahren für die Wohnbevölkerung

5 15.05.2014
Verfahren für seltene/besondere Zielpopulationen

6 22.05.2014
Stichproben der Bevölkerung mit Migrationshintergrund

(29.05.2014 Himmelfahrt)

7 05.06.2014
Statistische Aspekte von Stichproben
Ethische Aspekte der Kategorisierung von Populationen

8 12.06.2014
Stichproben für Online-Erhebungen / Stichprobenartefakte

(19.06.2014 Fronleichnam/Lesewoche)

9 26.06.2014
Praxisbeispiel: GMF (Querschnitt und Panel)
Gastvortrag Daniela Krause, GMF-Projekt, Univ. Bielefeld, IKG

10 03.07.2014
Praxisbeispiel: SOEP

11 10.07.2014
Praxisbeispiel: Zensus und Mikrozensus

12 17.07.2014
Praxisbeispiel: ALLBUS
Zugangs-, Abgangs, Bestandsstichproben

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Sie sollten Interesse an quantitativer empirischer Forschung haben und motiviert sein, eigene Forschungsideen zu entwickeln.

Literaturangaben

Lesen Sie zur Einführung:

Schnell/Hill/Esser: Methoden der empirischen Sozialforschung, Kapitel Auswahlverfahren. München: Oldenbourg (aktuellste verfügbare Auflage).

Weitere Literaturangaben finden Sie in der ausführlichen Liste in der Dokumentenablage.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  

Zeige vergangene Termine >>

Klausuren

  • Keine gefunden

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
30-M-Soz-M3a Soziologische Methoden a Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
Seminar 2 Studienleistung
Studieninformation
veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M-Soz-M3b Soziologische Methoden b Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
Seminar 2 Studienleistung
Studieninformation
veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M-Soz-M3c Soziologische Methoden c Seminar 1 Studienleistung
Studieninformation
Seminar 2 Studienleistung
Studieninformation
veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Soziologie / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) Modul 5.1 Wahl 3 (bei Einzelleistung 3 LP zusätzlich)  
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
TeilnehmerInnen
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Sonstiges