Der Erste Weltkrieg gilt in der Geschichtswissenschaft als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, weil die in diesem Zusammenhang entstehenden Konflikte im Grunde erst mit dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er Jahren an Bedeutung verloren. Auch aus Sicht der Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhundert stellte der Erste Weltkrieg ebenfalls einen tiefen Einschnitt dar: Er beendete die britische Dominanz der Weltwirtschaft und im pazifischen-amerikanischen Raum bildete sich ein neues Gravitationszentrum der Weltwirtschaft. Auch innerhalb der beteiligten Volkswirtschaften hinterließ der Krieg Spuren. Die Umstellung der industriellen Produktion auf die Rüstungswirtschaft führte nicht zuletzt zu einer verstärkten Intervention der Staaten in die Wirtschaft, die auch nach Kriegsende (nun allerdings wegen der Abwicklung der Kriegsschulden) weiterbestand. Schließlich beschleunigte der Krieg zahlreiche technologische Fortschritte (im Maschinenbau, der chemischen Industrie und der Elektroindustrie).
Im Seminar soll ausgehend vom deutschen Fall die Transformation der Wirtschaft untersucht werden, die mit dem Beginn des Weltkrieges stattfand. Das betrifft zum einen die staatliche Einflussnahme auf die Produktion und die Organisation der notwendigen Staatseingriffe sowie die Finanzierung der Rüstungsproduktion. Neben den inländischen Transformationsprozessen sollen aber auch die internationalen Verflechtungen der Wirtschaft untersucht werden, insbesondere die Bedeutung der neutralen Schweiz und der Niederlande für die Güterversorgung der deutschen Wirtschaft im Krieg. In Abhängigkeit vom Interesse der Studentierenden kann schließlich darüber hinausgehend noch kontrastierend der Transformationsprozess der alliierten Wirtschaft am Beispiel Frankreichs oder Englands untersucht werden.
Das Seminar setzt keinerlei spezifisches wirtschaftliches Fachwissen voraus und kann ab dem 1. Semester besucht werden. Hilfreich ist der Besuch der „Historischen Orientierung“ zur Geschichte der Weltwirtschaft. Erwartet werden die regelmäßige Teilnahme, die Bereitschaft zur Lektüre und Diskussion deutsch- und englischsprachiger Texte sowie die Beteiligung an einer Referatsgruppe.
Broadberry, Stephen / Harrison, Mark: (Hg.) The economics of World War I. New York 2005
Hardach, Gerd: Der Erste Weltkrieg (1914-1918). Frankfurt a.M.: Fischer 1973
Ullmann, Hans-Peter: Kriegswirtschaft. In: Hirschfeld, Gerhard / Krumeich, Gerd / Renz, Irina (Hg.) Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Paderborn u.a. 2003
Wrigley, Chris (Hg.) The First World War and the International Economy. Cheltenham 2001
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mi | 16-18 | T2-214 | 08.04.-19.07.2013
nicht am: 01.05.13 |
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| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 22-3.2 Hauptmodul Moderne Hauptmodul Moderne | Seminar Moderne | Studienleistung
benotete Prüfungsleistung |
Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Frauenstudien | (Einschreibung bis SoSe 2015) | ||||||
| Geschichtswissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | 3.2.5; 3.2.11 | Wahlpflicht | scheinfähig Zusammen mit 220127 (Kopper) als Übung oder als Seminar studierbar | ||
| Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | 3.2.5; 3.2.11 | Wahlpflicht | scheinfähig Zusammen mit 220127 (Kopper) als Übung oder als Seminar studierbar | |||
| Politikwissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2009) | 3.1a; 3.1b |