In der neueren Wirtschaftssoziologie („new economic sociology“) dominiert seit einigen Jahrzehnten ein von Einbettung ausgehender Ansatz: Märkte sind keine universellen, naturgegebenen Strukturen, sondern eingebettet in breitere soziale Kontexte, etwa Netzwerke, politische Regulierung, kulturelle Traditionen, wirtschaftswissenschaftliche Theorien usw. Von dieser Grundannahme aus werden Märkte generell ebenso wie der Spezialfall Finanzmärkte verstanden, und es wird gezeigt, dass Märkte keineswegs nach immer gleichen, universellen, von der Wirtschaftswissenschaft kodifizierten Gesetzen funktionieren, sondern historisch kontingent sind, Variabilität aufweisen, in ihrer Form abhängen von Akteuren, Macht, politischen Entscheidungen, usw. usf.
Ganz im Gegensatz dazu behauptet die Luhmann’sche Theorie, dass ein Markt bzw. (nicht ganz deckungsgleich, aber „close enough“) die Wirtschaft durch Entbettung zustandekommt, ebenso wie alle anderen Funktionssysteme auch. Eine funktional spezifische, an einer Teilsystemlogik orientierte soziale Ordnung wie die Wirtschaft/Märkte – aber natürlich auch die Politik, das Recht, die Wissenschaft, die Familie usw. – kann nur zustandekommen, wenn ein System sich gegenüber seiner Umwelt ausdifferenziert, wenn Grenzen gezogen werden, Zusammenhänge unterbrochen werden, und in diesem Sinn „Entbettung“ oder Ausdifferenzierung stattfindet. Dies ist als Grundannahme der Systemtheorie unabweisbar, steht jedoch ziemlich zusammenhanglos neben der wirtschaftssoziologischen Ausrichtung. Soweit ich sehe, sind über diese Frage und die hier lauernde Kontroverse bisher keine Diskussionen geführt worden.
In diesem Seminar werden wir versuchen, von beiden Ansätzen eine Vorstellung zu bekommen und wenn möglich beide zusammenzudenken. Dies ist ein Unternehmen in ungesichertem Feld und mit ungewissem Ausgang, das Seminar hat daher den Charakter eines Forschungsseminars.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period |
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| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 30-M-Soz-M2a Sociological Theory a Soziologische Theorie a | Seminar 1 | Study requirement
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Student information |
| Seminar 2 | Study requirement
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Student information | |
| - | Graded examination | Student information | |
| 30-M-Soz-M2b Sociological Theory b Soziologische Theorie b | Seminar 1 | Study requirement
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Student information |
| Seminar 2 | Study requirement
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Student information | |
| - | Graded examination | Student information | |
| 30-M-Soz-M2c Sociological Theory c Soziologische Theorie c | Seminar 1 | Study requirement
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Student information |
| Seminar 2 | Study requirement
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Student information | |
| - | Graded examination | Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Politische Kommunikation / Master | (Enrollment until SoSe 2013) | 3.1 | |||||
| Soziologie / Master | (Enrollment until SoSe 2012) | Modul 6.2; Modul 6.1; Modul 6.3 | Wahl | 3 | (bei Einzelleistung 3 LP zusätzlich) |