Die Jahrzehnte um 1900 wurden von den Zeitgenossinnen und Zeitgenossen als eine Phase des Umbruchs erlebt – als eine Zeitenwende, in deren Zuge die orientierende Kraft kultureller Überlieferungen angezweifelt wurde und man sich emphatisch als „modern“ verstand. Die Literatur differenziert sich in verschiedene Strömungen und Tendenzen, die in einem komplexen Verhältnis stehen und je verschiedene Antworten auf die Herausforderungen und Problemstellungen der Zeit suchen: etwa auf die soziale Frage, die Frauenbewegung, die Veränderung der sozialen Lage von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, den Verlust verbindlicher Werte oder neue Subjektvorstellungen im Zuge von Bewusstseinsphilosophie, Tiefenpsychologie und Lebensphilosophie. Im Kurs werden wir uns die zentralen Züge der Literatur um 1900 im Rahmen intensiver Seminardiskussionen erschließen. Ergänzt durch Ausblicke in die Epochentheorie und die Poetikgeschichte, richtet das Seminar den Fokus auf ausgewählte Einzeltexte des Realismus, des Naturalismus, des Fin de siècle und des Expressionismus. Die Seminarlektüre wird in der Einführungssitzung gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festgelegt.
Zur Orientierung bieten sich an:
Ajouri, Philip: Literatur um 1900. Naturalismus, Fin de siècle, Expressionismus. Berlin 2009.
Fähnders, Walter: Avantgarde und Moderne, 1890–1933. Lehrbuch Germanistik. Stuttgart/Weimar 2010.
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| 23-GER-BasLit_ver1 Basismodul Literaturwissenschaft: Historische Aspekte der Literatur: Epochen und Epochenumbrüche Basismodul Literaturwissenschaft: Historische Aspekte der Literatur: Epochen und Epochenumbrüche | Seminar zur deutschen Literaturgeschichte | Studienleistung
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Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.