230047 Die Geschichte der Sternkinder - Der Holocaust in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur (S) (SoSe 2022)

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»Sternkinder, der Titel klingt nach einem Märchenbuch. Doch die Sternkinder, von denen in diesem Buch berichtet wird, sind keine Märchenfiguren, sondern kleine holländische Mädchen und Jungen mit Hitlers Judenstern auf dem Schulkleid und der Spielschürze. Diese Sternkinder sind so wichtig wie das Tagebuch der Anne Frank. Die Erwachsenen und die Halbwüchsigen müssen es lesen. Da hilft keine Ausrede.«

Dieses Vorwort von Erich Kästner ist dem Kinderroman „Sternkinder“ (1961) von Clara Asscher-Pinkhof vorangestellt und weist auf die Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Holocaust im Kontext des Erinnerns und gegen das Vergessen hin. Betrachtet man die Entwicklung des Themenbereichs Holocaust in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur nach 1945 genauer, lassen sich je nach Jahrzehnt unterschiedliche Tendenzen feststellen; diese reichen von sentimentalisierend-moralisierenden Wiedergutmachungsgeschichten, über authentische autobiographische Geschichten hin zu Auseinandersetzungen der zweiten und dritten Täter-und Opfergeneration. Insgesamt verlagert sich der Diskurs, in dem unterschiedliche Bilder und Narrative über den Holocaust zirkulieren, von der historischen Angemessenheit hin zur Narrativistik, kurzum zu literarästhetischen, medien- und wirkungsgeschichtlichen Aspekten (vgl. Steinlein 2006, S. 181).

Was und wie erzählen also Bilder- und Kinderbücher über den Holocaust von 1960 bis heute? Inwieweit erweitern im Zuge der zunehmenden Konvergenz im Medienverbund Kindermedien intermedial die Darstellung des Holocaust? Welche thematischen, formalästhetischen bzw. genrespezifischen Schwerpunkte und Änderungen lassen sich erkennen? Welche Veränderungen und Einstellungen über den Holocaust werden in neueren Texten im Vergleich zur (älteren) deutlich?

Ausgehend von diesen Fragen beschäftigt sich das Seminar mit literarischen, bildlichen und medialen Darstellungsformen über den Holocaust in der deutschsprachigen Kinderliteratur und in den Kindermedien. Das Ziel des Seminars ist es einerseits, einen Überblick über literaturhistorische Entwicklungen zu geben, indem es sich exemplarisch mit einzelnen Bilder- und Kinderbüchern und Medien vertiefend auseinandersetzt. Abschließend soll andererseits reflektiert werden, welche Potenziale Bilder- und Kinderbücher über den Holocaust für den Deutschunterricht in der Grundschule haben.

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