220011 Schreiben als zentrale Kompetenz und Herausforderung im Geschichtsstudium - Eine praxisorientierte Einführung (Ü) (SoSe 2012)

Inhalt, Kommentar

Für Studierende der Geschichtswissenschaft ist Schreiben eine, wenn nicht die zentrale Tätigkeit im Studium. Der Wechsel von der Schule an die Universität oder auch von einem anderen Fach ins Fach Geschichte stellt die Studierenden dabei erfahrungsgemäß vor das Problem, dass sie zu Beginn des (Fach-)Studiums bereits eine Rolle einnehmen müssen, in die sie eigentlich erst im Laufe ihres Studiums hineinwachsen sollen: Sie müssen, schon um ihre Leistungspunkte zu erwerben, eine Vielzahl von Texten verfassen, die den Kriterien (geschichts-)wissenschaftlicher Texte zu genügen haben. Gerade die erste Hausarbeit (im Studienfachfach) stellt für viele eine große Hürde dar. Zwar sind die Kriterien bekannt, die das Endprodukt (geschichts-)wissenschaftliche Hausarbeit erfüllen soll - analytisch, problemorientiert, fokussiert, argumentierend statt beschreibend etc. - aber der Weg zu einer erfolgreichen Arbeit bleibt vielen oftmals unklar. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Weg zu einem erfolgreichen Text nicht nur das Wissen um die Kriterien voraussetzt, denen dieser Text genügen soll, sondern auch das Wissen um den eigenen Schreibprozess und ein reflektiertes Verständnis der eigenen Rolle als AutorIn ebenjener Texte.

Die Übung "Schreiben als zentrale Kompetenz und Herausforderung im Geschichtsstudium" geht von folgenden zentralen Annahmen aus:
1.) Das Schreiben gelungener (fach-)wissenschaftlicher Arbeiten stellt insbesondere für StudienanfängerInnen bzw. für Studierende in den ersten Fachsemestern eine schwierige Herausforderung dar, da das Schreiben im universitären Kontext bzw. das spezifisch fachwissenschaftliche Schreiben eine unbekannte und nur schwer zu erfassende Größe darstellt.
2.) Der Weg zum gelungenen (fachwissenschaftlichen) Text setzt gleichermaßen ein reflektiertes Bewusstsein für das eigene Schreiben als Prozess, für die eigene Rolle als AutorIn dieser Texte und für das zu schreibende Endprodukt voraus.
3.) "Wer schreibt, backt keinen Kuchen, und deshalb gibt es auch kein Rezept" (Frank u.a. (2007), S. 12): Schreiben ist ein hoch individualisierter Denkprozess, d.h. es gibt keine allgemeinverbindliche Best-Practice des Schreibens, wohl aber einen je eigenen, individuell sinnvollen und dadurch funktionierenden Weg zum eigenen Schreiben und zum eigenen Text. Und wer diesen Weg kennt, kann den eigenen Schreib-Prozess erfolgreich steuern und den Anforderungen verschiedener Textarten entsprechend anpassen.
4.) Der Weg zur eigenen Best-Practice des Schreibens von (fach-)wissenschaftlichen Texten benötigt Muße für ein reflektiertes Schreiben und vor allem Zeit. Zeit, um Um- und Irrwege gehen zu dürfen, ohne dass dies handfeste Konsequenzen nach sich zieht.

Ausgehend von diesen Annahmen stellt die Übung vor allem das Schreiben der Studierenden sowie deren (noch neue) Rolle als AutorInnen (geschichtswissenschaftlicher Texte) in den Mittelpunkt. In angeleiteten, schreibintensiven Übungen und reflektierten Auswertungsrunden werden verschiedene Schreibstrategien, Schreibtypen, Wege ins Schreiben, Auswege aus Schreibblockaden usw. selbständig ausprobiert, reflektiert und im Zuge dessen von jedem als individuell sinnvoll ins eigene Repertoire integriert oder eben als nicht funktionierend verworfen und durch andere Strategien ersetzt. Ferner werden individuell sinnvolle sowie auch hemmende Schreibsituationen ebenso wie entsprechende Arbeitsabläufe thematisiert, um sie bewusst und damit aktiv steuerbar zu machen. Nicht zuletzt geht es um zentrale Fragen, die sich angesichts der Aufgabe stellen, eine fachwissenschaftliche (Haus-)Arbeit zu schreiben, u.a.: Wie schreibe ich? Als wer schreibe ich? Was schreibe ich? Für wen schreibe ich? Welche Faktoren können das Schreiben erleichtern/blockieren? usw.
Am Ende des Seminars steht dann im Idealfall ein reflektiertes Bewusstsein für das eigene Schreiben im universitären/fachlichen Kontext, in jedem Fall aber ein von jedem gegangener Schritt auf dem Weg zur eigenen Best-Practice des Schreibens (fach-)wissenschaftlicher Texte, der den Teilnehmenden ein Mehr an Sicherheit bezüglich des Schreibens als individueller und kreativer, aber eben auch gezielt steuerbarer Prozess gibt.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Zwingende Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Anmeldung per Email beim Lehrenden (cdamm@uni-bielefeld.de). Da die Übung auf 20 TeilnehmerInnen begrenzt ist, die Anmeldung im ekvv aber alphabetisch sortiert wird, ist eine gerechte Verteilung der 20 Plätze nur möglich, wenn Sie sich kurz per Email melden. Geben Sie in dieser Email bitte Ihren Namen, Ihren Studiengang und Ihr Fachsemester an. Wie immer gilt: Wer zuerst kommt, kriegt den Platz. Im Falle einer zu großen Nachfrage wird es eine NachrückerInnen-Liste geben, aus welcher in der ersten Seminarsitzung ggf. freie Plätze aufgefüllt werden. Vielen Dank!

empfohlene Vorkenntnisse: Es gibt keine zwingenden inhaltlichen Voraussetzungen. Allerdings sollten Sie bereit sein, sich im Rahmen der Veranstaltung mit ihrem eigenen Schreiben unter Anleitung reflektiert auseinanderzusetzen und verschiedene Schreibstrategien auszuprobieren und sich in der Gruppe über Ihre Erfahrungen mit diesen auszutauschen.

Literaturangaben

- Judith Wolfsberger, frei geschrieben. Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten, Wien u.a. 2009.
- Andrea Frank, Stefanie Haacke, Swantje Lahm, Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf, Stuttgart u.a. 2007.
- Katrin Girgensohn u. Ramona Jakob: 66 Schreibnächte. Anstiftung zur literarischen Geselligkeit ; ein Praxisbuch zum kreativen Schreiben, Baltmannsweiler 2010.
- Katrin Girgensohn: Neue Wege zur Schlüsselqualifikation Schreiben. Autonome Schreibgruppen an der Hochschule, Wiesbaden 2007.
- Kruse, Otto: How Writing Shapes the Writer: Understanding Developmental Changes in Student Writers. In: Tutoring and Teaching Academic Writing: Procedures of the Second Conference of the European Association for the Teaching of Academic Writing. Budapest June 2003 / European Association for the Teaching of Academic Writing (Hrsg.) - Budapest, 2004, S. 13 ff.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
14täglich Mi 10-14 R2-155 02.04.-13.07.2012
einmalig Mi 14-16 S2-137 04.07.2012

Verstecke vergangene Termine <<

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-2.2 Methodikmodul Methodikmodul Grundseminar Methodik Studienleistung
Studieninformation
22-2.4 Fachdidaktisches Methodikmodul Fachdidaktisches Methodikmodul Grundseminar Methodik Studienleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach Modul 2.1 Wahlpflicht 4 scheinfähig Übung Methodik  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) Modul 2.4 Pflicht 4 scheinfähig Grundseminar Geschichtsvermittlung  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) Modul 2.1 Pflicht 4 scheinfähig Übung Methodik  

Einzelleistung (benotet/unbenotet): In der Übung stehen die Studierenden als AutorInnen sowie ihre individuellen Schreibprozesse im Fokus. Diese werden seitens des Lehrenden nicht bewertet! Für die Studierenden, die eine schriftliche Einzelleistung erbringen müssen, bestehen zwei Möglichkeiten:
1.) Das Schreiben einer kritischen, vier- bis sechsseitigen Auseinandersetzung mit einem sogenannten Schreibguide (z.B. Wolfgang Schmale: Schreibguide Geschichte; Otto Kruse: Keine Angst vorm leeren Blatt etc.).

oder:

2.) Abgabe eines Portfolios, das sich aus zum einen aus Texten zusammen setzt, die während der Sitzungen bzw. in der Vorbereitung auf diese geschrieben werden, zum anderen die Arbeit an diesen Texten, das eigene Schreiben und den Lernprozess im Semester schriftlich reflektiert.

Verteilung der Leistungspunkte:
2 LP: Anwesenheit, aktive Mitarbeit in der Übung
2 LP: Abgabe von einer der beiden o.g. Einzelleistungen

Kein E-Learningangebot vorhanden
registrierte Anzahl: 21
Dies ist die Anzahl der Studierenden, die die Veranstaltung im Stundenplan gespeichert haben. In Klammern die Anzahl der über Gastaccounts angemeldeten Benutzer*innen.
Teilnahmebegrenzung:
Begrenzte Anzahl Teilnehmer*innen: 20
Adresse:
SS2012_220011@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die Veranstaltungsteilnehmer*innen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_29691580@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Freitag, 29. Juni 2012 
Letzte Änderung Räume:
Freitag, 29. Juni 2012 
Art(en) / SWS
Übung (Ü) / 2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
Fragen oder Korrekturen?
Fragen oder Korrekturwünsche zu dieser Veranstaltung?
Planungshilfen
Terminüberschneidungen für diese Veranstaltung
Link auf diese Veranstaltung
Wenn Sie diese Veranstaltungsseite verlinken wollen, so können Sie einen der folgenden Links verwenden. Verwenden Sie nicht den Link, der Ihnen in Ihrem Webbrowser angezeigt wird!
Der folgende Link verwendet die Veranstaltungs-ID und ist immer eindeutig:
https://ekvv.uni-bielefeld.de/kvv_publ/publ/vd?id=29691580
Seite zum Handy schicken
Klicken Sie hier, um den QR Code zu zeigen
Scannen Sie den QR-Code: QR-Code vergrößern
ID
29691580