Noch am Ende des Zweiten Weltkriegs beherrschte Europa einen Großteil der Welt, der zuvor in einem gewalttätigen Prozess zu Kolonien, Protektoraten und Dependancen gemacht wurde. Postkoloniale Studien zeigen, wie die Macht- und Herrschaftsbeziehungen, die im Kontext dieser kolonialen Ausbeutung etabliert wurden, bis heute ökonomische, politische und soziale Prozesse beeinflussen. Postkoloniale feministische Theorien befassen sich mit diesen kolonialen Kontinuitäten aus feministischer, intersektionaler Perspektive. Zum einen ergänzen sie postkoloniale Studien um geschlechtertheoretische Analysen, z.B. indem sie die zentrale Bedeutung von Geschlechterdiskursen für die Legitimation kolonialer Herrschaft (sowie für aktuelle rassistische Überlegenheitskonstruktionen) herausstellen. Zum anderen problematisieren sie hegemoniale feministische Theorie und Praxis, z.B. indem sie die Rolle der bürgerlichen Frauenbewegung im Kolonialismus untersuchen und zeigen, wie auch heute noch häufig weiße bürgerliche Frauen unhinterfragt als Subjekte feministischer Praxis vorausgesetzt werden.
Das Seminar gibt einen Einblick in zentrale Themen, Argumentationen und Texte postkolonialer feministischer Theoriebildung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Reflexion der eigenen Positionierung sowie der Frage, welche Konsequenzen aus der Standortgebundenheit für die wissenschaftliche Wissensproduktion und für die feministische Praxis folgen können.
Das Seminar findet online und synchron (zur angegebenen Zeit) statt.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| Geschlechterforschung in der Lehre | |||||||
| Studieren ab 50 |