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250242 Einführung in die Sequenzanalyse leitfadengestützter qualitativer Interviews mit Hilfe der objektiven (strukturalen) Hermeneutik (S+Ü) (SoSe 2011)

Inhalt, Kommentar

Das zentrale Ziel des Seminars ist es, das TeilnehmerInnen nach einer knappen Einführung in die methodologischen und forschungsmethodischen Grundlagen der Sequenzanalyse anhand der Objektiven Hermeneutik von Ulrich Oevermann an einem konkreten Anwendungsbeispiel die dazugehörigen Techniken der Auswertung von Texten zu vermitteln. Bei den Texten handelt es sich um ausgewählte Passagen aus leitfadengestützten qualitativen Interviews und Gruppendiskussionen. Die Sequenzanalyse folgt aufgrund der Beschaffenheit der hier vorliegenden Erhebungsdaten exakt der zeitlichen Abfolge des Interviewgeschehens. Es wird also in kleinen Analyseschritten der Prozess der Gestaltung von Interaktionen zwischen der/dem InterviewerIn und der/dem Interviewten bzw. die daraus entstehenden Textproduktion rekonstruiert. Dabei werden einzelne transkribierte Sprecheinheiten (z.B. Wörter, Satzteile, ganze Sätze) Zug um Zug interpretiert. Dieses Vorgehen verhindert, dass einzelne Aussagen willkürlich aus ihrem Kontext heraus gerissen werden und ihnen auf dieser Grundlage ein anderer Sinngehalt zugewiesen wird.

Die sequenzanalytisch zu interpretierenden Textpassagen stammen aus Interviews mit studentischen NutzerInnen des Sozialen Netzwerkes StudiVZ. Das Ziel der Analyse besteht vor allem in der Rekonstruktion von gruppen- bzw. milieuspezifischen Deutungs- und Handlungsmustern, die typisch für die studentischen Mitglieder dieser Online-Community sind. Diese regelhaften soziokulturellen Muster (latente Sinnstrukturen), die das Denken und Empfinden sowie die alltäglichen Handlungen der studentischen User (z.B. ablesbar an ihren direkt beobachtbaren (manifesten) Strategien der Selbstdarstellung in ihren persönlichen Profilen in StudiVZ) beeinflussen, sollen in Form von Fallhypothesen aus dem Interviewmaterial herausgefiltert werden. Es ist für die sequenzanalytische Interpretationsarbeit sehr hilfreich, wenn die SeminarteilnehmerInnen bereits Erfahrungen mit der Nutzung von StudiVZ gemacht haben.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Master of Arts: Voraussetzung ist die Zulassung zum Master of Arts Erziehungswissenschaft
Erwünscht sind eigene Erfahrungen als Nutzer des Sozialen Netzwerkes StudiVZ

Literaturangaben

Garz, D./Kraimer, K. (1994) (Hrsg.:). Die Welt als Text. Theorie, Kritik und Praxis der objektiven Hermeneutik. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Oevermann, Ulrich (2000): Die Methode der Fallrekonstruktion in der Grundlagenforschung sowie der klinischen und pädagogischen Praxis. In: Kraimer, K. (Hrsg.): die Fallrekonstruktion. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 58-153.
Przyborski, Aglaja/Wohlrab-Sahr, Monika (2008): Qualitative Sozialforschung. Ein Arbeitsbuch. München: Oldenbourg, darin: Kap. 5.3: Objektive Hermeneutik, S. 240-271.
Reichertz, Jo (1997): Objektive Hermeneutik. In: Hitzler, R./Honer, A. (Hrsg.): Sozialwissenschaftliche Hermeneutik. Eine Einführung. Opladen: Leske + Budrich, S. 31-56.
Wernet, Andreas (2009): Einführung in die Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik. 3. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Lehrende

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Klausuren

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Erziehungswissenschaft / Master (Einschreibung bis SoSe 2011) ME 19.2   4 aktive Teilnahme  
Medienwissenschaft, interdisziplinäre / Master (Einschreibung bis SoSe 2014) Hauptmodul 5 Wahlpflicht 3  
Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom (Einschreibung bis SoSe 2008) H.3.4   scheinfähig  
Konkretisierung der Anforderungen

Regelmäßige Teilnahme:
Teilnahme an mindestens 80 % aller Lehrveranstaltungstermine im SS 2011
Aktive Teilnahme:
Schriftliche Ausarbeitung in Form einer gemeinsam erstellten Gruppenarbeit von jeweils drei Studierenden, die ein Interpretationsteams bilden: Sequenzanalytische Interpretation einer Interviewpassage und ihre Verdichtung zu einer Fallhypothese im Gesamtumfang von ca. 15 Seiten (pro Studierender wird ein Interpretationsoutput von ca. 5 Seiten veranschlagt, der in die gemeinsame Hausarbeit eingeht).

Lernraum
TeilnehmerInnen
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Sonstiges