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220139 Dimensionen der Aufklärung: Selbstverständnis, Fremdbeschreibung, Historiographie (Ü) (WiSe 2010/2011)

Inhalt, Kommentar

Dimensionen der Aufklärung: Selbstverständnis, Fremdbeschreibung, Historiographie

Die berühmteste Aussage über das Wesen der Aufklärung stammt vom Philosophen Immanuel Kant. Er definierte sie als den „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ und verknüpfte dies mit dem Wahlspruch „Sapere aude!“: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Die Frage ‚Was ist Aufklärung?’ steht nicht nur im Zentrum der Aufklärungsforschung, auch die Epoche, die wir heutzutage so bezeichnen, hat sie sich immer wieder gestellt. Darüber hinaus spielt sie bis heute eine wichtige Rolle in Debatten um die Selbstbestimmung der gegenwärtigen Kultur. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Begriff Aufklärung in seinen vielfältigen Dimensionen zu erörtern. Es wird die genannte Frage denn auch aus drei Perspektiven betrachtet:

1. Was ist Aufklärung in der Geschichtswissenschaft?
Am Beispiel der Aufklärungsforschung werden allgemeine geschichtswissenschaftliche Probleme der Periodisierung (wann war Aufklärung?), der Terminologie (was heißt Aufklärung?) der Theorie und Methode (wie untersucht man Aufklärung?) behandelt. Es werden unterschiedliche Ansätze dieses Forschungsfeldes im Hinblick auf ihr jeweiliges Verständnis der Thematik diskutiert.

2. Was war Aufklärung in der Aufklärung?
Im Laufe des 18. Jahrhunderts entstand allmählich eine Gruppe von Schriftstellern, die ihr Selbstverständnis mit dem geschichtlichen Auftrag verknüpften, die Welt aufzuklären. Umgekehrt gab es viele, die diese Gruppe im besten Falle als lächerliche Angeber, im schlimmsten als weltweite Verschwörung gegen die Autorität von Thron und Altar betrachteten. Was Aufklärung war, war Gegenstand gegensätzlicher Entwürfe. Ihre Bedeutung wurde in einem langen diskursiven Prozess ausgehandelt. Anhand ausgewählter Quellen werden solche Debatten analysiert, wobei die Strategien der (sprachlichen und bildlichen) Selbstinszenierung ebenso im Mittelpunkt stehen wie die feindlichen Fremdbeschreibungen von Seiten der Aufklärungsgegner.

3. Was ist Aufklärung in der Gegenwart?
Am stärksten in Frankreich und den angelsächsischen Ländern, aber auch in Deutschland spielt ‚Aufklärung’ weiterhin eine Rolle in Debatten über die kulturelle Selbstbestimmung der Moderne. Es wird die Frage diskutiert, ob wir heute in einem aufgeklärten Zeitalter – oder doch zumindest in einem ‚Zeitalter der Aufklärung’ – leben. Ist die Aufklärung restlos überholt? Hat sie sich, wie Horkheimer und Adorno meinten, im Laufe des 20. Jahrhunderts als dialektisch erwiesen oder bestimmt sie weiterhin unsere Gegenwart? Was bedeutet dies in der Begegnung mit nicht-westlichen, ‚unaufgeklärten’ Kulturen?

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Passive Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Beherrschung der französischen Sprache ist erwünscht, aber nicht unbedingt notwendig.

Literaturangaben

Lesen Sie VOR der ersten Sitzung:
Zelle, Carsten, „Was ist und was war Aufklärung?“, in: Herbert Beck, Peter C. Bol, Maraike Bückling (Hg.), Mehr Licht. Europa um 1770. Die bildende Kunst der Aufklärung (München: Klinkhardt & Biermann 1999) 449–459.
(als PDF in der Dokumentablage sowie auf der Veranstaltungsseite im Stud.IP)

Die Literaturliste - als .DOC - finden Sie in der Dokumentablage sowie im Stud.IP.
Ebenfalls im Stud.IP sind die vorzubereitende Texte als PDF-Datei hinterlegt.

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Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Geschichtswissenschaft / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Kern- und Nebenfach 3.1.4; 3.1.7 Wahlpflicht 4. 5. 6. 4 scheinfähig  
Geschichtswissenschaft (Gym/Ge) / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) 3.1.4; 3.1.7 Wahlpflicht 3. 4. 4 scheinfähig  
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