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300638 Transkulturelle Geschlechterforschung (S) (SoSe 2020)

Inhalt, Kommentar

Die Analyse von Geschlechterbeziehungen bietet einen grundlegenden Zugang zu strukturellen, institutionellen und sozio-kulturellen Verhältnissen weltweit, ob im Rahmen von Ökonomie, Recht, Politik und Wirtschaft oder anderen gesellschaftlichen Feldern. In dem Zusammenhang greift es zu kurz, Geschlechterverhältnisse als Ausdruck ‚je eigener‘, voneinander klar unterscheidbarer Kulturen zu begreifen, was sich meist als Abgrenzung der ‚eigenen‘ von der ‚Kultur der Anderen‘ vollzieht. In diesem Sinne setzt das Seminar damit ein, die Funktion einer spezifischen Form der Diskursivierung von Weiblichkeit und Geschlecht zu hinterfragen, wie sie sich im Kontext der Ausdifferenzierung europäischer Nationalstaaten erstmals findet und wie die Beobachtung von Geschlecht hierbei zur Abgrenzung von jener ‚Kultur der Anderen‘ herangezogen wird. Es wird gefragt, welche Effekte die Symbolisierung von Weiblichkeit und Geschlecht hat, z.B. in nationalen Diskursen, und inwiefern sie zur Aufrechterhaltung kultureller Dominanz und Abwertung beiträgt. Dies schließt eine Beschäftigung mit der Selbstidealisierung einer auf Autonomie und Selbstbestimmung basierenden Selbstbeschreibung ein.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, wie Geschlechterverhältnisse in transkultureller, vergleichender Perspektive unter Berücksichtigung der eigenen Standortgebundenheit und damit verbundener Seh- und Sichtweisen untersucht werden können – also eingedenk der kulturgeschichtlichen Partikularität der eigenen gesellschaftlichen Erfahrungen und hierauf bezogener Konzepte und Theorien. Hierzu wird im ersten Schritt auf die Standortgebundenheit soziologischer Wissensproduktion reflektiert und in diesem Zusammenhang auch nach der Funktion der Diskursivierung von Geschlecht im Kontext kultureller Vergleiche gefragt: In einem weiteren Schritt werden Grundlagen des soziologischen Kulturverständnisses erörtert und Transkulturalität als Untersuchungsperspektive eingeführt. Im dritten Schritt werden Studien und Texte zu ausgewählten Kontexten im globalen Süden gelesen, z.B. aus afrikanischen Kontexten oder auch von arabischen Autor_innen aus der MENA-Region, und die Möglichkeiten des Verständnisses dieser Kontexte immer wieder neu ausgelotet.
Die Veranstaltung ist als Lektüre-Kurs konzipiert, setzt also die Bereitschaft zum Lesen der gemeinsamen Basis-Lektüre voraus. Vereinzelt werden auch englischsprachige Texte gelesen; daher wird eine deutliche Bereitschaft zur Beschäftigung mit dieser Literatur ebenfalls vorausgesetzt. International students are very welcome!

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Mi 14-16 X-E0-230 06.04.2020-17.07.2020 Die Veranstaltung findet statt!

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
25-IR Interkulturalität reflexiv Bereich 2: Handlungsfelder in Wissenschaft und Praxis Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend unbenotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M11 Vernetzung: Sozialwissenschaftliche Nachbardisziplinen Seminar Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-M25 Fachmodul Transnationalisierung, Migration und Entwicklung Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend benotete Prüfungsleistung Studieninformation
30-MGS-4 Hauptmodul 3: Arbeit und gesellschaftliche Transformationen Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Studieren ab 50    
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
Teilnehmer*innen
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Sonstiges