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300302 Typen der Organisation (S) (WiSe 2011/2012)

Inhalt, Kommentar

Abgesehen davon, dass uns im Alltag meistens gut vertraut ist, ob wir es gerade mit einem Unternehmen, einem Krankenhaus, einer Partei, einem Freizeitverein oder einer Universität zu tun haben und welche Rolle uns darin zugedacht ist, befasst sich auch die organisationssoziologische Forschung – jeweilige Forschungsfragen und Interessen vorausgesetzt – nicht nur mit Organisationen im Allgemeinen, sondern regelmäßig mit bestimmten, genauer bezeichneten Organisationen bzw. Organisationstypen. Wer z. B. über Schulen als Organisationen forscht und Aussagen macht, beansprucht nicht zwangsläufig, dass die Ergebnisse auch für Unternehmen oder Wohlfahrtsverbände gelten.

Nun ist die moderne Theorie der Organisation allerdings – gleichwohl – eine allgemeine Theorie. Sie kennt als eine solche zunächst keine Typenunterschiede. Theoriehistorisch betrachtet, erlaubte sogar erst das Absehen von Typenunterschieden (wie sie in klassischen Organisationslehren – vor allem für Betriebe und Verwaltungen – regelmäßig und mit normativem Impetus formuliert worden waren) zu sehen, dass Unternehmen, Schulen, Parteien, Kirchen Anwendungsfälle ein und desselben Prinzips der Systembildung sind, das sich – etwa von Familien oder Gruppen – unterscheidet und das durch ein hohes Maß der Veränderbarkeit von Strukturen auffällt. Organisationen können, anders gesagt, extrem unterschiedliche Formen annehmen.

Erlaubt also einerseits erst ein allgemeiner Organisationsbegriff überhaupt, Schulen, Parteien oder Sportvereine als unterschiedliche Typen der Organisatoin miteinander zu vergleichen, ist andererseits weithin offengeblieben, worin eigentlich die – sei es empirische, methodische und/oder theoretische – Bedeutung von Organisationstypen zu sehen ist. Ist einerseits die empirische und methodische Bedeutung von Typenbildungen kaum zu bestreiten, hat sich andererseits die Theorie der Organisation schwergetan, mit Typenunterschieden umzugehen.

Das Seminar rekonstruiert und vergleicht Typen der Organisation. Es widmet sich der Frage nach Typen dabei im Spannungsfeld ihrer empirischen (sowie auch methodischen) Relevanz und den Einschränkungen und Schwierigkeiten, die mit ihrer Beschreibung theoretisch aufgeworfen sind.

Als zentrale Textgrundlage für die Seminardiskussionen dient das im Spätsommer 2011 erscheinende Handbuch Typen der Organisation (s.u.), das zahlreiche Organisationstypen auf neuerer Literaturgrundlage vorstellt und über die Beiträge hinweg auch die – mehr oder weniger großen – Schwierigkeiten einer plausiblen Typenbildung reflektiert.

Das Seminar soll im Kern aus Diskussionen bestehen, die von der wöchentlichen Lektüre aller Teilnehmer leben. Zur aktiven Teilnahme am Seminar soll darüber hinaus gehören, dass Studierende sich auf jeweils ausgewählte Typen der Organisation bzw. spezielle Probleme in diesem Zusammenhang vertiefter vorbereiten und die Diskussionen mit ergänzenden Kurzbeiträgen anreichern. Leistungspunkte können überdies durch eine Hausarbeit erworben werden, deren themeneinschlägige Fragestellung mit der Veranstalterin jeweils abzusprechen ist.

Literaturangaben

Apelt, Maja / Tacke, Veronika (Hg.) (2011): Handbuch Organisationstypen. Wiesbaden: VS-Verlag. (Das Buch erscheint im Spätsommer 2011).

Tacke, Veronika (2001): Funktionale Differenzierung als Schema der Beobachtung von Organisationen. Zum theoretischen Problem und empirischen Wert von Organisationstypologien, in: dies. (Hg.): Organisation und gesellschaftliche Differenzierung, Wiesbaden, Westdeutscher Verlag: 141-169.

Lehrende

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Klausuren

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom (Einschreibung bis SoSe 2008) H.S.2; H.S.2    
Soziologie / Diplom (Einschreibung bis SoSe 2005) 2.2.3 (DPO02) Wahl HS
Soziologie / Master (Einschreibung bis SoSe 2012) Modul 2.1; Modul 2.2 Wahl 3 (bei Einzelleistung 3 LP zusätzlich)  
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
TeilnehmerInnen
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