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996008 Interdisziplinäres Seminar: Struktur und Reproduktion (IS) (SoSe 2010)

Inhalt, Kommentar

In der Geschichtswissenschaft entwickelt sich zunehmend eine eigenständige methodisch-theoretische Reflexion. Im Zuge dieses Vorgangs werden viele Entwicklungen in der Soziologie wieder intensiver wahrgenommen. Gleichzeitig wächst in der Soziologie die Einsicht, dass die historische Kontextualisierung sozialer Ordnung und ihrer Beobachtung eine lange vernachlässigte Forschungsaufgabe darstellt. Diese Entwicklungen sollen im Interdisziplinären Seminar der BGHS in den Blick genommen werden, um die über die fachspezifische Diskussionen hinaus das Wechselspiel der Theorieentwicklungen in Soziologie und Geschichtswissenschaft wahrzunehmen und seine interdisziplinäre Diskussion fortzusetzen.

Im Sommersemester 2010 sollen dabei die nahezu omnipräsenten Begriffe Strukur und Reproduktion einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Dabei verstehen wir unter Strukturen wandelbare soziale Zusammenhänge, deren Bezug zum reproduzierenden Akteur oder Operator jedoch theoriespezifisch ausgelegt wird. Wie ist konzeptionell zu fassen, dass hinter beobachtbaren Regelmäßigkeiten des Handelns Regelhaftigkeiten stehen? Dieses Wechselverhältnis soll im Interdisziplinären Seminar anhand der Theorieentwicklung von Klassikern der Soziologie bis zu aktuellen Ansätzen ausgelotet werden. Da die Existenz von Struktur und Reproduktion eng an den verstehenden Beobachter gekoppelt ist, wird dabei vor allem der Bezug des Begriffspaares zu vergemeinschaftenden Prozessen und zu epistemologischen Fragestellungen im Zentrum des Interesses stehen.

Das Forschungsseminar richtet sich an Promovierende der Geschichte und Soziologie. Ziel ist es, die Bandbreite der Anwendungen des Begriffspaares zu erörtern und in der eigenen Forschung kritisch zu diskutieren.

Literaturangaben

Ulf Himmelstrand, Hrsg., Sociology: From Crisis to Science?, I: The Sociology of Structure and Action (London [et al.]: Sage, 1986).

Ders., Hrsg., Sociology: From Crisis to Science?, II: The Social Reproduction of Organization and Culture (London [et al.]: Sage, 1986).

Karl H. Hörning and Julia Reuter, Hrsg., Doing Culture. Neue Positionen zum Verhältnis von Kultur und sozialer Praxis, Bielefeld: transcript, 2004).

Chris Jenks, “Introduction: The Analytical Bases of Cultural Reptroduction Theory,” in Cultural reproduction, ed. Chris Jenks (London ;New York: Routledge, 1993), S. 1-16.

Reinhart Koselleck, “Darstellung, Ereignis, Struktur,” in Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1973), S. 144-157.

Thomas Welskopp, Die Dualität von Struktur und Handeln. Anthony Giddens’ Strukturierungstheorie als “praxeologischer” Ansatz in der Geschichtswissenschaft, in: Andreas Suter u. Manfred Hettling (Hg.), Struktur und Ereignis (= Geschichte und Gesellschaft, Sonderheft 19), (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2001), S. 99 – 119.

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