Die Schreibwerkstatt setzt die Reihe der Veranstaltungen mit Autoren fort. Für das Jahr 2010 konnte der vielfach ausgezeichnete Lyriker Jan Wagner gewonnen werden, der derzeit zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikern zählt.
Dass ein Gedicht entsteht, indem es geschrieben wird, dürfte für die Meisten eine Selbstverständlichkeit sein – auch wenn sich das Gerücht, ein Gedicht werde, durch einen Ritt durch den mondbeschienenen Wald etwa, eher empfangen als erarbeitet, hartnäckig hält. "Ein Gedicht wird gemacht", sagte schon Gottfried Benn – und reiht sich damit in eine Tradition ein, die über Valéry und Baudelaire bis zu Edgar Allen Poe zurückgeht. In seinem Aufsatz "The Philosophy of Composition" von 1846 gab dieser so minutiös wie freimütig die Schritte wieder, die zu seinem ein Jahr zuvor erschienenen, berühmten Gedicht "The Raven" geführt hatten. Wie aber wird ein Gedicht gemacht? Die Schreibwerkstatt wird sich ausschließlich mit Lyrik beschäftigen: Mit bereits geschriebenen Gedichten der Teilnehmer, vor allem aber mit solchen, die im gemeinsamen Gespräch wurzeln, im Beleuchten verschiedener Aspekte des Dichtens, ob im freien Vers oder in tradierten Formen. Ein Schwerpunkt soll dabei auf den Schwierigkeiten der Lyrikübersetzung liegen, insbesondere anhand von ausgewählten Übertragungen vom Englischen ins Deutsche.
Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt von der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial-Versicherungen.
Leseempfehlungen:
Gedichte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch Übersetzungen (und Originale) fremdsprachiger Lyrik.
Desweiteren z.B.: Heinrich Detering (Hrsg.): Reclams großes Buch der deutschen Gedichte. Vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, Reclam Verlag, Stuttgart 2007,
Joachim Sartorius (Hrsg.): Atlas der neuen Poesie, Rowohlt Taschenbuch Verlag;
Wayne Miller/ Kevin Prufer (Hrsg.): New European Poets, Graywolf Press, Saint Paul, Minnesota (USA) 2008.
Zum Thema der Übersetzungsproblematik werden Kopien von Dylan Thomas' "Under Milkwood" im Original und in der deutschen Übersetzung Erich Frieds verteilt werden, eine Lektüre des Stückes sowie der Gedichte vorab kann jedoch hilfreich sein.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| one-time | Fr | 9-12 | C0-281 | 07.05.2010 | |
| one-time | Fr | 12-16 | C01-276 | 07.05.2010 | |
| one-time | Sa | 9-14 | C01-276 | 08.05.2010 | |
| one-time | Fr | 9-18 | - | 11.06.2010 | |
| one-time | Sa | 9-14 | - | 12.06.2010 |
| Degree programme/academic programme | Validity | Variant | Subdivision | Status | Semester | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Germanistik / Bachelor | (Enrollment until SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | BaGerP4K | 2/5 | |||
| Germanistik / Master of Education | (Enrollment until SoSe 2014) | BaGerP4K | 2/5 | ||||
| Germanistik (GHR) / Master of Education | (Enrollment until SoSe 2014) | BaGerP4K | 2/5 | ||||
| Literaturwissenschaft / Bachelor | (Enrollment until SoSe 2011) | Nebenfach | BaLitKM | 2 |
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Bitte melden Sie sich mit einer kurzen, max. eine Seite umfassenden Begründung, die wir an Jan Wagner weiterleiten werden, schriftlich im Sekretariat von Prof. Dr. W. Braungart (Ellen Beyn, D 4 - 110) bis zum 15. April 2010 an. Liegen mehr als 25 Anmeldungen vor, entscheidet Jan Wagner über die Aufnahme in die Werkstatt. Die Teilnahme an beiden Veranstaltungsblöcken (7./8. Mai 2010, 9-18/9-14 Uhr; 11./12. Juni 2010, 9-18/9-14 Uhr) ist verbindlich.
Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass die Schreibwerkstatt für alle offen ist, die sich für das literarische Schreiben interessieren, also nicht nur für Studierende der Literaturwissenschaften.