Der Gorgias gehört zu den platonischen Frühdialogen. In ihm wird die Vorstellung eines guten Lebens als einer wahrhaft philosophischen Existenz entwickelt, die Platon in Sokrates verwirklicht sah. Wesentlich dafür ist die konsequente Orientierung am vernünftig erkannten objektiv Guten, nicht an rein subjektiven Nützlichkeitserwägungen. Die Auffassung mündet in einer Reihe provozierender Thesen: der unbeschränkte Herrscher, der tun kann, was ihm passt, ist deshalb nicht wirklich frei; Unrecht erleiden ist besser als Unrecht tun; für den, der Unrecht getan hat, ist es besser, bestraft zu werden. Gleichzeitig geht es um das Wesen der Rhetorik, und es deutet sich die Konzeption einer unsterblichen Seele an, die in späteren Dialogen systematisch entfaltet wird.
In der Veranstaltung soll der Gorgias gemeinsam gelesen und diskutiert werden. Ergänzend werden evtl. noch Passagen aus anderen Dialogen hinzugezogen. In Frage kommen insbesondere die Apologie und der Kriton, in denen die Konzeption einer an Vernunftgründen orientierten philosophischen Existenz im Leben und Sterben Sokrates’ konkret wird.
Keine.
Platon: Gorgias. In vielen Ausgaben verfügbar, z.B. bei Reclam.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Philosophie / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | N2 GM | 3 | |||
| Philosophie (Gym/Ge als zweites U-Fach) / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | N2 GM | 3 | ||||
| Philosophie (HR) / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | N2 GM | 3 |
Voraussetzung für die Vergabe von 3 Leistungspunkten (BA- und MA ed.-Studiengang) ist die regelmäßige und aktive Teilnahme sowie das erfolgreiche Erbringen der benoteten Einzelleistung. Diese Einzelleistung beruht auf einer Mappe von Beiträgen. Diese Mappe kann enthalten: kurze schriftlich ausgearbeitete Diskussionsbeiträge, schriftliche Antworten auf Fragen der Dozenten im Anschluss an den Lehrstoff eines Semesterabschnitts, Protokolle von Diskussionen in der Veranstaltung, ausgearbeitete Vorlesungsmitschriften oder Ähnliches. Der genaue Zuschnitt der Mappe wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.