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300262 Studiengruppe Organisationssoziologie (S) (SoSe 2018)

Inhalt, Kommentar

Gruppensoziologie

Die Studiengruppe »Gruppensoziologie« geht von einer dritten Differenzierungsebene aus, die sich im
Zuge der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft ausgebildet hat (Kühl 2013). Auf dieser
Ebene können horizontal die Systemtypen Organisation, Familie, Bewegung und Gruppe angesiedelt
werden (Kühl 2014), die neben Interaktion und Gesellschaft eigene, mitgliedschaftsbasierte
Grenzziehungen und Umweltbedingungen prozessieren (Luhmann 1991). Gruppen verfügen über
eigene formal-manifeste und informal-latente Kommunikations- und Strukturbildungsformen, eigene
Zeithorizonte und konstitutionelle Restriktionen (vgl. Tyrell 1983; Neidhardt 1979, Willke 1976, 1978).
Es sind soziale Systeme, deren »Sinnzusammenhang durch unmittelbare und diffuse
Mitgliederbeziehungen sowie durch relative Dauerhaftigkeit bestimmt ist« (Neidhardt 1979: 642). Unter
Gruppen werden sodann in erster Linie Kleingruppen verstanden, die auf persönlichen Beziehungen
beruhen (Neidhardt 1983).

Ausgehend von dieser Setzung (auch https://ekvv.uni-bielefeld.de/kvv_publ/publ/vd?id=60082505)
verfolgt die Studiengruppe zwei Ziele: Zum einen ein theoretisches Vorhaben, dass den Zweifel
Luhmanns (2008: 21/3d27fc ff.; 5313/7 ff.; 52/10 ff.), ob die Gruppe einen eigenen Systemtyp
darstellt, mit einem ‚ja’ beantworten und theoretisch begründen möchte. Hierbei werden auch Fragen
der Verschachtelungen, Kombinationen und Übergängen (vgl. Kühl 2014: 75ff.), der Beziehungen
sozialer Systeme behandelt. Ein empirisches Interesse liegt in dem Vorhaben, das Konzept an
empirischen Gruppen zu erproben. Diesbezüglich werden u.a. Freundeskreise, Wohngemeinschaften,
Musikgruppen, Punks und Emos, Selbsthilfegruppen, Gangs/Hooligans und Sportgruppen in den
Blick genommen. Folgende Fragen können dabei anleitend sein: Was wird als Gruppe
verstanden? Wie wird Mitgliedschaft ausgehandelt und vermittelt? Wie bilden sich Normen, wie
verändern sie sich und wie werden sie durchgesetzt? Wie differenzieren sich Rollen aus? Über was
wird kommuniziert (Thema)? Standarderwartungen in Gruppen, wenn ja, welche und woher
(historisch) kommen sie? Was sind Konflikt und -themen, wie auch Konfliktmuster? Welche Rolle spielt
die Gruppengröße? Wie beeinflussen Gruppenprojekte, -ziele und -zielvorgaben die Gruppen? Was
sind die relevanten Umwelten von Gruppen? Wie bilden sich und wie enden Gruppen? (‚Lebensdauer‘
von Gruppen?) Wie sehen Verlaufsformen des Gruppengeschehens aus? Wie können Typologien von
Gruppen gebildet werden? Wie ist der Feldzugang zu Gruppen? Wie, wodurch, wann? Geschichte
der Entstehung der Gruppe als Systemtyp? Funktion(en) der Gruppe? Gegenstände in Gruppen?

Literaturangaben

- Kühl, S. (2013): Zur parallelen Entstehung von Gruppen Bewegung Organisation Familie - historische Phase, Working
Paper Universität Bielefeld.
- Kühl, S. (2014): Gruppen, Organisationen, Familien und Bewegungen Zur Soziologie mitgliedschaftsbasierter Systeme
zwischen Interaktion und Gesellschaft. Zeitschrift für Soziologie Sonderheft: 65 - 85.
- Luhmann, N. (1991): Interaktion, Organisation, Gesellschaft. Soziologische Aufklärung 2 Aufsätze zur Theorie der
Gesellschaft. Wiesbaden, VS Verl. für Sozialwissenschaften: 9 - 21.
- Luhmann, N. (2008): Zettelkasten Niklas Luhmanns. Bielefeld: unveröffentlichter Zettelkasten.
- Neidhardt, F. (1979): Das innere System sozialer Gruppen. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Jg.
31(H. 4): 639-660.
- Neidhardt, F. (1983): Themen und Thesen zur Gruppensoziologie. Gruppensoziologie: Perspektiven und Materialien. F.
Neidhardt. Opladen, Westdt. Verlag: 12 - 36.
- Tyrell, H. (1983): Zwischen Interaktion und Organisation: Gruppe als Systemtyp. Gruppensoziologie : Perspektiven und
Materialien. Opladen, Westdt. Verl.: 75-87.
- Willke, H. (1976): Funktionen und Konstitutionsbedingungen des normativen Systems der Gruppe. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 28(3): 426 - 450.
- Willke, H. (1978): Elemente einer Systemtheorie der Gruppe: Umweltbezug und Prozeßsteuerung. Soziale Welt 29(3): 343
- 357.

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