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220107 Geschichte im Buch: Die Bibliothek Simons VI. zur Lippe (S) (SoSe 2018)

Inhalt, Kommentar

An ihm kommt man in Lippe nicht vorbei: Graf Simon VI. zur Lippe (1554-1613) prägte durch Konfessions- und Verwaltungspolitik, aber auch durch Repräsentationsstil und Kunstförderung die Geschichte des Territoriums maßgeblich. Zeugnis seines Wirkens ist nicht zuletzt seine Bibliothek, die in großen Teilen in der Lippischen Landesbibliothek Detmold überliefert ist. An ihrem Beispiel führt das Seminar in Regional- und Mediengeschichte ein und übt die Arbeit mit Originalquellen ein.
Simons Regentschaft fiel in eine Zeit politischer und religiöser Umbrüche. In der sogenannten „zweiten Reformation“ führte er das reformierte Bekenntnis in Lippe ein. Die Durchsetzung dieses Vorhabens stieß auf erheblichen Widerstand, dennoch beeinflusste Simon die konfessionelle Landschaft der Region bis heute. Darüber hinaus führte ihn sein reichspolitisches Engagement in die ‚internationale‘ Politik seiner Tage: Im niederländischen Unabhängigkeitskrieg agierte Simon als Vermittler zwischen den Generalstaaten und Spanien. Aufenthalte in den Niederlanden und am kaiserlichen Hof in Prag nutzte er, um seine Bücher- und Gemäldesammlung zu erweitern und Kontakte zu Gelehrten und Künstlern zu knüpfen.
Am Beispiel Simons und seiner Bücher wollen wir Regional- und Mediengeschichte zusammenbringen mit der praktischen Arbeit an Originalquellen und der Einführung in die historischen Hilfswissenschaften. Welche Texte haben einen Fürsten wie Simon VI. interessiert? Was können die Bücher über Leseverhalten und Politik, Netzwerke und höfischen Alltag erzählen? Um diesen Fragen nachzugehen, werden wir uns mit der Geschichte des Mediums Buch auseinandersetzen. Wie ging Verschriftlichung und Verbreitung von Wissen um 1600 vonstatten? Wer las und wer schrieb? Wer druckte Bücher? Wie erwarb man sie und wie entstanden Sammlungen? Neben den medien- und institutionengeschichtlichen Kontexten befassen wir uns mit dem „Gegenstand“ Buch und untersuchen, welche Erkenntnisse man über Einbandkunde, Provenienzen und Benutzungsspuren gewinnen kann. Das Seminar gibt auch Einblicke, welche Tätigkeitsfelder Bibliotheken, Museen und Archive für HistorikerInnen bieten. Als gemeinsames Ziel ist die Erarbeitung einer Edition ausgewählter Quellen zur Geschichte der Bibliothek und ihrer Leser geplant, vorbehaltlich des Verlaufs der Arbeit im Seminar.

Das Seminar wird in Kooperation mit der Lippischen Landesbibliothek Detmold veranstaltet und findet abwechselnd an der Universität und in Blocksitzungen in der Landesbibliothek statt. Zudem besuchen wir das Landesmuseum und das Landesarchiv.

Literaturangaben

Erste Literaturhinweise:
Michael Bischoff, Graf Simon VI. zur Lippe (1554-1613). Ein europäischer Renaissancehersscher. Lemgo 2010.
Roger Chartier, The order of books: readers, authors, and libraries in Europe between the 14th and 18th centuries. Stanford/CA 1994.
Joachim Eberhardt / Detlev Hellfaier (Hrsg.), 1614 – 2014. 400 Jahre Lippische Landesbibliothek. Detmold 2014.
Heinz Schilling, Konfessionskonflikt und Staatsbildung. Eine Fallstudie über das Verhältnis von religiösem und sozialem Wandel in der Frühneuzeit am Beispiel der Grafschaft Lippe. Gütersloh 1981.

Lehrende

Termine (Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Ort Zeitraum  
wöchentlich Mo 16-18 X-E0-208 09.04.2018-20.07.2018
nicht am: 21.05.18

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22-2.2 Methodikmodul Grundseminar Methodik Studienleistung
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22-2.4_a Fachdidaktisches Methodikmodul Grundseminar Methodik Studienleistung
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22-2.5 Modul Geschichte und Öffentlichkeit Übung Geschichte und Öffentlichkeit Studienleistung
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