Familienforschung ist angeblich im Trend - wie so manche Marotte einer neuen Bürgerlichkeit (vgl. etwa: Titelthema GEO August 2004). Wenn nicht mehr nur kauzige ältere Herren die Archive belagern, lohnt es sich, nach den Anfängen ihrer Liebhaberei zu fragen: Seit dem 14. Jahrhundert schreiben Stadtbürger Familienbücher, in denen sie (vielfach neben Tipps etwa für den geschäftlichen und häuslichen Alltag oder wichtigen Dokumenten) die Geschichte ihres Hauses in Wort und Bild festhalten. Was sie recherchieren, entspricht freilich in der Regel eher den Bedürfnissen ihrer Gegenwart als den Tatsachen der Vergangenheit: Die Väter begründen ihre Familie und deren gesellschaftliche Stellung, indem sie ihre Geschichte schreiben. Wie Verwandtschaft, sozialer Status und historisches Wissen sich im Wahrnehmungshorizont des 15. und 16. Jahrhunderts gegenseitig bedingen, soll anhand ausgewählter Lektüren untersucht werden.
Christiane Klapisch-Zuber: Die Erfindung der Familientradition, in: Dies.: Das Haus, der Name, der Brautschatz. Strategien und Rituale im gesellschaftlichen Leben der Renaissance, Frankfurt am Main/New York 1995, S.7-23. Pierre Monnet: Les Rohrbach de Francfort. Pouvoirs, affaires et parenté à l'aube de la Renaissance allemande, Genf 1997, S.32-68. Gregor Rohmann: "Eines Erbaren Raths gehorsamer amptman". Clemens Jäger und die Geschichtsschreibung des 16. Jahrhunderts, Augsburg 2001, S.123-205.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| Geschichte / Lehramt Sekundarstufe II | A2; B4 | Wahl | HS | ||||
| Geschichtswissenschaft (Hauptfach) / Magister | Wahl | HS | |||||
| Geschichtswissenschaft (Nebenfach) / Magister | Wahl | HS |