Wissen gilt in entwickelten Ökonomien als der zentrale Produktionsfaktor. Die Entwicklungsdivergenz zwischen Staaten und Regionen findet inzwischen nicht mehr ihren klarsten Ausdruck in den unterschiedlichen Pro-Kopf-Einkommen, sondern in der Verteilung von Verfügungsrechten über Wissen. Aufgrund der zentralen Bedeutung dieses Produktionsfaktors und seiner eigendynamischen Entwicklung ist zukünftig eine wachsende Divergenz zwischen Staaten, die sich auf Wissensproduktion spezialisierten und denen, die darin nicht erfolgreich waren, zu rechnen. Wissen stellt in seiner Erstellung, Verbreitung und Nutzung ein 'totales gesellschaftliches Phänomen' dar, das nach einer Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven verlangt. Daher wird die Untersuchung des Produktionsfaktors Wissen im Rahmen des Seminars nicht auf eine rein ökonomische Perspektive reduziert werden.
Was sind die Vorraussetzungen für die Entstehung einer Wissensökonomie? Welche wirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen und sozialen Voraussetzungen waren für diese Entwicklung notwendig? Welche Konsequenzen ergeben sich umgekehrt aus der Verteilung und Produktion von Wissen für die gesellschaftliche Struktur? Welche Bedeutung kommt Bildung für die wirtschaftliche Entwicklung zu? Ist 'Wissen' letztlich nur ein Produkt wie jedes andere, oder unterliegt seine Erstellung, Verbreitung und Anwendung einer eigenen Logik?
Im Rahmen des Grundseminars sollen diese Fragen vor dem Hintergrund der zentralen Theorien zu diesem Thema erarbeitet werden, um sie abschließend auf historische Fallbeispiele anzuwenden.
Fried, J./Süßmann, J.: Revolutionen des Wissens, München 2001; Moykr Joel (ed.): The British Industrial Revolution. An Economic Perspective, San Francisco 1993; Mitch, David: "The role of education and skill in the British Industrial Revolution," in: Moykr, J. (ed.): The British Industrial Revolution: an Economic Perspective, 2nd ed. Westview Press 1998; Moykr, J.: "That which we call an Industrial Revolution." Contention 1994, S. 189-206; Dosi, G./Giannetti, R./Toninelli, P.: Technology and enterprise in a Historical Perspective, Oxford 1992; Albach, H.: Culture and Technical Innovation, Berlin, New York 1994; North, D./Thomas, R.: The rise of the western world, Cambridge 1973; Williamson, O.: The Economic Institutions of Capitalism: Firms, Markets, Relational Contracting, New York 1985; Stieglitz, J.: Im Schatten der Globalisierung, Frankfurt 2002; Czada, R./Lütz, S.: Die politische Konstruktion von Märkten, Wiesbaden 2000; Polanyi, K.: The great transformation, Frankfurt 1995; Hutter, M.: Die Gestaltung von Property Rights als Mittel gesellschaftlich-wirtschaftlicher Allokation, Göttingen 1979; Ritter, U.: Vergleichende Volkswirtschaftslehre, München 1992.
Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
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wöchentlich | Di | 10-12 | unveröffentlicht | 20.04.-27.07.2004 |
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Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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Frauenstudien | (Einschreibung bis SoSe 2015) | ||||||
Geschichte / Lehramt Sekundarstufe I | A3; A4; B2; B3; B4 | Wahlpflicht | GS | ||||
Geschichte / Lehramt Sekundarstufe II | A3; A4; B2; B3; B4 | Wahlpflicht | GS | ||||
Geschichtswissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | 2.2.1; 2.4.1; 2.8.2 | Wahlpflicht | 4 | benotet | |
Geschichtswissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | Modul 2.2 | Wahlpflicht | GS und HS | ||
Geschichtswissenschaft (Hauptfach) / Magister | Wahlpflicht | GS | |||||
Geschichtswissenschaft (Nebenfach) / Magister | Wahlpflicht | GS | |||||
Sozialwissenschaften / Lehramt Sekundarstufe I | C4 | Wahlpflicht | GS und HS | ||||
Sozialwissenschaften / Lehramt Sekundarstufe II | C4 | Wahlpflicht | GS und HS | ||||
Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler |