"Und die Sonne Homers, siehe! sie lächelt auch uns." So heißt es am Schluß in Friedrich Schillers Gedicht "Der Spaziergang" von 1795. Vor dem historischen Hintergrund revolutionärer Veränderungen (französische Revolution, Industrialisierungsprozeß) wird hier die Kontinuität einer sich gleich bleibenden Natur mit Bezug auf den menschlichen Betrachter beschworen. Schillers Gedicht dokumentiert die moderne Wende zu einem historisch reflektierten Naturbewußtsein, das eine unumkehrbare "Entfernung der Natur" (Oskar Bätschmann) voraussetzt. Im Seminar soll herausgearbeitet werden, wie Theorie und Praxis der bildlichen Landschaftsdarstellung in ihrer historischen Entwicklung in den angesprochenen Zivilisationsprozeß eingebunden sind. Dabei sollen Bild- und Textquellen vom ausgehenden Mittelalter bis zur Moderne sowohl unter ikonographischen wie unter formal- und wahrnehmungsästhetischen Aspekten analysiert werden.
Oskar Bätschmann, Entfernung der Natur. Landschaftsmalerei 1750 - 1920, Köln 1989. Manfred Smuda (Hg.), Landschaft, Frankfurt a.M. 1986. Erich Steingräber, Zweitausend Jahre europäische Landschaftsmalerei, München 1985. Joachim Ritter, Landschaft. Zur Funktion des Ästhetischen in der modernen Gesellschaft (1963), in: Ds., Subjektivität, Frankfurt a.M. 1974. Matthias Eberle, Individuum und Landschaft. Zur Entstehung und Entwicklung der Landschaftsmalerei, Gießen 1979.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| Geschichte / Lehramt Sekundarstufe I | B4 | Wahlpflicht | 5. 6. 7. | HS | |||
| Geschichte / Lehramt Sekundarstufe II | B4 | Wahlpflicht | 5. 6. 7. 8. | HS | |||
| Geschichtswissenschaft (Hauptfach) / Magister | Wahlpflicht | 5. 6. 7. 8. | HS | ||||
| Geschichtswissenschaft (Nebenfach) / Magister | Wahlpflicht | 4. 5. 6. 7. | GS und HS | ||||
| Studieren ab 50 | 5. 6. 7. 8. |