Am Anfang stand Napoleon? Jedenfalls liegt es nahe, das im November 1806 zu Berlin verkündete Dekret über die Kontinentalsperre an den Anfang einer Vorlesung zu setzen, die nach den Determinanten des europäischen Einigungsprozesses fragt. Die Vorstellung, Europa müsse sich als großer, einheitlicher Wirtschaftsraum organisieren, um seine wirtschaftliche und kulturelle Autonomie gegenüber dem Druck peripherer Mächte zu behaupten, hat ihren Ursprung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie führte zwar nicht zur Einrichtung wirtschaftlicher Präferenzzonen oder zum Abschluss von Allianzen, doch ist der seit der Mitte des Jahrhunderts einsetzende wirtschaftliche Integrationsprozess, insbesondere auf dem Gebiet des Außenhandels, nicht zu übersehen. Dabei überlagern sich schon im späten 19. Jahrhundert weltwirtschaftliche Globalisierungsprozesse mit europäischen Integrationsplänen, die freilich oft in Konkurrenz miteinander stehen. Nach dem Ersten Weltkrieg treten neben die wirtschaftlichen auch verstärkt politische Bewegungen für "Paneuropa" auf die Agenda Europas. Erneut sind es aber nicht die Staaten, sondern Kartelle und andere internationale Wirtschaftsverbände, die den Integrationsprozess vorantragen. Der Schwerpunkt der Vorlesung liegt auch auf der Gründungsphase der europäischen Wirtschaftsgemeinschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, die schließlich bis zur Europäischen Union von heute führen. Dabei wird deutlich, dass nicht allein wirtschaftliche Determinanten den Integrationsprozess voranbringen, sondern in erster Linie politische. Die Vorlesung endet mit der Einführung des Euro im Vertrag von Maastricht.
Werner Abelshauser: Wirtschaft und Rüstung in den Fünfziger Jahren (Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik, Bd. 4/1, hg. vom MGFA), München 1997, Kap. 2. Gerold Ambrosius, William H. Hubbard: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Europas im 20. Jahrhundert, München 1986. Helmut Berding (Hg.): Wirtschaftliche und politische Integration in Europa im 19. und 20. Jahrhundert (Geschichte und Gesellschaft, Sonderheft 10), Göttingen 1984. Herman van der Wee: Der gebremste Wohlstand, Wiederaufbau, Wachstum, Strukturwandel 1945-1980 (Geschichte der Weltwirtschaft im 20. Jahrhundert, Bd. 6), München 1984.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Di | 10-12 | unveröffentlicht | 22.04.-29.07.2003 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschichte / Lehramt Sekundarstufe I | A4; B2; B3; B4 | Wahlpflicht | GS und HS | ||||
| Geschichte / Lehramt Sekundarstufe II | A4; B2; B3; B4 | Wahlpflicht | GS und HS | ||||
| Geschichtswissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | EM: Moderne | Wahlpflicht | 1. 2. | GS | |
| Geschichtswissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | 1.3.2; 3.2.1 | Wahlpflicht | 1 | unbenotet | |
| Geschichtswissenschaft (Hauptfach) / Magister | Wahlpflicht | GS und HS | |||||
| Geschichtswissenschaft (Nebenfach) / Magister | Wahlpflicht | GS und HS | |||||
| Sachunterr.Gesellschaftslehre / Lehramt Primarstufe | Geschichte; B1; B4; C1; C2 | Wahlpflicht | GS und HS | ||||
| Sozialwissenschaften / Lehramt Sekundarstufe I | Wahl | GS und HS | |||||
| Sozialwissenschaften / Lehramt Sekundarstufe II | Wahl | GS und HS | |||||
| Studieren ab 50 | |||||||
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