Ausgehend von Max Webers Begriff der “charismatischen Herrschaft” wird das Seminar Inszenierungsvarianten von Macht und Herrschaft im politischen und ästhetischen Diksurs herausarbeiten. Da das Charisma einer Führungspersönlichkeit immer auch auf Wirkung abzielt, liegt die Möglichkeit nahe, es nicht nur als eine soziologische, sondern eben auch als eine ästhetische Kategorie zu verstehen. Von der Kultivierung des Sonnenkönigs im Absolutismus, über den Wilhelminismus bis hin zu den totalitären Staatsformen im 20. Jahrhundert ist die mediale Repräsentation des Herrschers mit konstitutiv für den Erfolg, da diese auch sinnlich erfahren und dadurch die Konfrontation mit der Macht zu einem evidenten Ereignis mit zum Teil heilsgeschichtlicher Konnotation für den Untertan / Betrachter wird.
Insofern verwundert es nicht, dass Kunst und Macht im Bereich der Kultivierung von Herrscherbildern eine Symbiose eingehen. Aber auch avantgardistische Vertreter – jenseits einer klaren staatlichen Doktrin – können sich für die Figur des Herrschers (oder der Herrscherin) begeistern, wenn es darum geht, in dieser Figuration eine Variante zur Visualisierung der eigenen poetologischen und kunsttheoretischen Überzeugungen zu gewinnen. Durch den traditionellen Nimbus der Herrscherbilder können diese selbst zur Allegorie auf den Künstler werden, wie es unter anderem in der Rezeption antiker (dekadenter) Potentaten wie Nero und Heliogabal oder neuzeitlicher Könige wie Ludwig XIV. von Frankreich oder Ludwig II. von Bayern im Ästhetizismus geschehen ist.
Nach einer ausführlichen Besprechung von Max Webers kanonischem Aufsatz “Typen der Herrschaft” und der diskursanalytischen Darlegung des Machtbegriffs durch zentrale Arbeiten Michel Foucaults (“Dispositive der Macht”, “Die Ordnung des Diskurses”) wird die ästhetische Umsetzung und Praktizierung von Herrschaft und Macht – auch mit Blick auf ihre geschlechtliche Codierung – in verschiedenen Medien analysiert warden. Gedacht ist dabei vor allem an Texte von Shakespeare, Schiller, Gleim, Grillparzer, Mallarmé, Verlaine, Mendès, Dumas, George, Borchardt, D’Annunzio, Artaud, Bataille Botho Strauß und Durs Grünbein. Wenn die Zeit des Semesters ausreicht, sollen außerdem panegyrische Texte auf Herrscherpersönlichkeiten ebenso eine Berücksichtigung erfahren wie filmische Kreationen von Macht und Herrschaft, deren Rahmen sich vom Antikenfilm / Monumentalepos bis hin zur totalitären Propaganda der neuesten Geschichte spannt. Die zentralen Texte werden in einem Reader zur Verfügung gestellt, dessen Erwerb und seminarbegleitende Lektüre die notwendigen Voraussetzungen für den erfolgreichen Besuch der Lehrveranstaltung darstellen
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
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| Gender Studies / Master | (Einschreibung bis SoSe 2013) | Wahlbereich | Wahl | ||||
| Germanistik / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | BaGerP2S | 2/5 | |||
| Germanistik / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | BaGerP2S | 2/5 | ||||
| Germanistik (GHR) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Kern- und Nebenfach | BaGerP2S | 2/5 | |||
| Germanistik (GHR) / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2014) | BaGerP2S | 2/5 | ||||
| Literaturwissenschaft / Bachelor | (Einschreibung bis WiSe 05/06) | Kern- und Nebenfach | BaLitPKult |