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250179 "C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Caffee..." Rassismus und Ausgrenzung im Kontext von Prohibition, Drogenmythen und Suchtprävention (S) (WiSe 2017/2018)

Inhalt, Kommentar

Herings Kanon "C-A-F-F-E-E", der eine Warnung an Kinder vor hohem Kaffeekonsum ("schwächt die Nerven, macht dich blass und krank") mit dem Stereotyp willensschwacher Muslime verknüpft, exemplifiziert den engen Zusammenhang von Drogenmythen und rassistischen Ressentiments, der im Zuge der Illegalisierung psychotroper Substanzen stets einen wichtigen ideologischen Stellenwert eingenommen und bis heute unzählige Todesopfer gefordert hat: Der 35-jährige Laye-Alama Condé, der 2004 bei der Vergabe von Brechmitteln durch die deutsche Polizei auf der Suche nach versteckten Drogen getötet wurde, ist eine Ausnahme. Nicht, weil die Drogenpolitik ihn das Leben gekostet hat, sondern weil es Initiativen gibt, den Toten mit einem Denkmal zu erinnern und es zumindest zu einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung kam, auch wenn die ersten Gerichtsverfahren jeweils mit einem Freispruch endeten.

Die ideologische Verbindung von Rassismus und Drogenangst sowie die enge historische Verknüpfung von Kolonialismus und Drogenpolitik werden im Seminar genauer theoretisch bestimmt und analysiert. Auch werden Stigmatisierung und Ausgrenzung aufgrund der Prohibition thematisiert und die zwiespältige Rolle beleuchtet, die Drogenhilfe und pädagogische Suchtprävention dabei spielen.

Literaturangaben

De Ridder, Michael: Heroin. Vom Arzneimittel zur Droge. Frankfurt/ Main 2000
Hart, Carl: High Price: Drugs, Neuroscience, and Discovering Myself. Penguin Books 2013.
Holzer, Tilmann: Die Geburt der Drogenpolitik aus dem Geist der Rassenhygiene. Deutsche Drogenpolitik von 1933-1972. Norderstedt 2007.
Kappeler, Manfred: Drogen und Kolonialismus. Zur Ideologiegeschichte des Drogenkonsums. Frankfurt/ Main 1991.
Legnaro, Aldo: Kleiner Abriss einer Geschichte der Suchtprävention. Klink/ Waren 2015.
Malik, Kenan: Strange Fruit. Why Both Sides Are Wrong In The Race Debate. Oxford 2008.
Nolte, Frank/ Quensel, Stephan/ Schultze, Anja (Hg.): Wider besseres Wissen. Bremen 1996.
Paul, Bettina/ Schmidt-Semisch, Henning: Drogendealer. Ansichten eines verrufenen Gewerbes. Freiburg im Breisgau 1998.
Pfaller, Robert: Wofür es sich zu leben lohnt. Elemente materialistischer Philosophie. Frankfurt am Main 2012.
Quadfasel, Lars: Herrschaft unter der Haut. In: IZ3W Nr. 328, Januar/ Februar 2012.
Quensel, Stephan: Das Elend der Suchtprävention: Analyse, Kritik, Alternative. Wiesbaden 2004.
Scheerer, Sebastian/ Vogt, Irmgard (Hg.): Drogen und Drogenpolitik: Ein Handbuch. Frankfurt/Main 1989.
Schivelbusch, Wolfgang: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft. Eine Geschichte der Genussmittel. Frankfurt/ Main 1997.
Schneider, Wolfgang/ Gerlach, Ralf: Drogenhilfe und Drogenpolitik. Kritische Gegenwartsdiagnosen. Berlin 2009.
Völger, Gisela/ von Welck, Katrin (Hg.): Rausch und Realität. Drogen im Kulturvergleich. Hamburg 1982.
Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben

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Modul Veranstaltung Leistungen  
25-BE11 Abschlussmodul E1: Seminar Studienleistung
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25-BE7 Personen- und gruppenbezogene Differenzkonstruktionen E1: Theorie und Empirie personen- und gruppenbezogener Differenzkonstruktionen Studienleistung
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25-BiWi12 Differenz und Heterogenität (Grundschule) E1: Heterogene und differenzbedingte Lebenswelten Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend unbenotete Prüfungsleistung Studieninformation
25-BiWi6 Differenz und Heterogenität E1: Heterogene und differenzbedingte Lebenswelten Studienleistung
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25-BiWi6_a Differenz und Heterogenität E1: Heterogene und differenzbedingte Lebenswelten Studienleistung
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25-FS-BE7 Personen- und gruppenbezogene Differenzkonstruktionen E1: Theorie und Empirie personen- und gruppenbezogener Differenzkonstruktionen Studienleistung
unbenotete Prüfungsleistung
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25-FS-GM Grundlagenmodul E2: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
E3: Einführende Veranstaltung aus den Fakultäten Studieninformation
25-IR Interkulturalität reflexiv Bereich 1: Theorien und Geschichte des interkulturellen Diskurses Studienleistung
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Bereich 2: Handlungsfelder in Wissenschaft und Praxis Studienleistung
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Bereich 3: Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation und reflexive Haltung Studienleistung
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veranstaltungsübergreifend unbenotete Prüfungsleistung Studieninformation
25-UFP-P4 Individuelle Profilbildung: Differenz, Heterogenität und Inklusion E2: Personen- und gruppenbezogene Differenzkonstruktionen Studienleistung
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30-MGS-5 Hauptmodul 4: Körper und Gesundheit Seminar 1 Studienleistung
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Seminar 2 Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Frauenstudien (Einschreibung bis SoSe 2015) Schwerpunkt II; Schwerpunkt III    
Internationales in Studium und Lehre (Einschreibung bis SS 2011) Wahl 3 aktive Teilnahme Interkult. reflexiv, Bereiche 1, 2, 3 GS
Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
Lernraum
TeilnehmerInnen
Automatischer E-Mailverteiler der Veranstaltung
Änderungen/Aktualität der Veranstaltungsdaten
Sonstiges