250222 Geschlecht , Sexualität und Subjekt-Konstitution in der Psychoanalyse (BS) (WiSe 2008/2009)

Inhalt, Kommentar

I found a freudian book gathering dust upon my shelf.
I thought I'll give it a look, would it hurt or would it help?"

Alan Parsons Project, Freudiana Lyrics

Sigmund Freud kritisierte in "Das Unbehagen in der Kultur" die gesellschaftlichen Sexualnormen: "Die Objektwahl des geschlechtsreifen Individuums wird auf das gegenteilige Geschlecht eingeengt, die meisten außergenitalen Befriedigungen als Perversionen untersagt. Die in diesen Verboten kundgegebene Forderung eines für alle gleichartigen Sexuallebens setzt sich über die Ungleichheiten in der [...] Sexualkonstitution der Menschen hinaus, schneidet eine ziemliche Anzahl von ihnen vom Sexualgenuß ab und wird so die Quelle schwerer Ungerechtigkeit." Zudem sperrte er sich gegen die Pathologisierung und Ausgrenzung von Homosexualität und betrachtete vielmehr Heterosexualität als "ein der Aufklärung bedürftiges Problem und keine Selbstverständlichkeit". Welches kritische Erklärungspotential bietet die Psychoanalyse bezüglich der psychischen Repräsentanz von Heteronormativität? Wie erklärt Psychoanalyse überhaupt die Entwicklung von Geschlechtsidentität, die Menschen zu Frauen und Männern macht? Inwieweit ist ein psychoanalytischer Ansatz zur Erklärung der ontogenetischen Entwicklung von Geschlechtlichkeit heute geeignet - ohne in Idealismus, Determinismus oder Biologismus zu verfallen? In welcher Art und Weise wurde die psychoanalytische Perspektive in Judith Butlers dekonstruktivistische Theorie aufgenommen? Welche Bedeutung kann psychoanalytische Geschlechtertheorie für die Erziehungswissenschaften einnehmen?

Zur Klärung dieser Fragen werden wir uns einleitend mit einigen Grundbegriffen der Psychoanalyse befassen, dann einige psychoanalytische Ansätze zur Entwicklung und Problematik von Geschlechtsidentität betrachten und einen Blick auf das Verhältnis von Individuum, Kultur und Gesellschaft werfen - um schließlich einzusteigen in eine Diskussion über die Bedeutung der psychoanalytischen Geschlechtertheorie für die Pädagogik.

Literaturangaben

  • Butler, Judith: Freud und die Melancholie der Geschlechtsidentität. In: Das Unbehagen der Geschlechter. Gender Studies. Frankfurt am Main 1991
  • Chasseguet-Smirgel, Janine: Die weiblichen Schuldgefühle. In: Chasseguet-Smirgel, Janine (Hg.): Psychoanalyse der weiblichen Sexualität. Frankfurt am Main 1979
  • Fritzsche, Bettina/ Hartmann, Jutta/ Schmidt, Andrea/ Tervooren, Nadja (Hg.) Dekonstruktive Pädagogik. Erziehungswissenschaftliche Debatten unter poststrukturalistischen Perspektiven. Opladen 2001
  • Tuschling, Anna: Was sie schon immer über Sex wissen wollten... Zur Aktualität des Freudschen Sexualitätsbegriffs. In: Intitiative not a lovesong (Hg.): Subjekt (in) der Berliner Republik. Berlin 2003

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Erziehungswissenschaft GymGe / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2011) MG.3.1.2   3 aktive Teilnahme  
Erziehungswissenschaft (Nebenfach) / Bachelor (Einschreibung bis SoSe 2011) Nebenfach M.3.1.2   3 aktive Teilnahme  
Frauenstudien (Einschreibung bis SoSe 2015)    
Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom (Einschreibung bis SoSe 2008) G.2.2; H.1.2   GS und HS
Unterrichtsfach Pädagogik / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) MU.2.2   3  
Unterrichtsfach Pädagogik / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) MU.6.1   2  

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Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Dienstag, 16. September 2008 
Letzte Änderung Räume:
Dienstag, 16. September 2008 
Art(en) / SWS
Blockseminar (BS) / 2
Einrichtung
Fakultät für Erziehungswissenschaft
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