Situiert in Sunnydale, einer fiktiven Kleinstadt der weißen Mittelklasse, erzählt die Fernsehserie »Buffy the Vampire Slayer« »von Losern für Loser« (Joss Whedon) vom Horror, den es bedeutet, erwachsen zu werden: Ex-Freunde verwandeln sich in psychopathische Monster, die Autoritäten - vom Rektor bis zum Bürgermeister - sind samt und sonders mit dem Bösen im Bunde, und jeder Schulweg führt direkten Weges zum Höllenschlund, von dem alles Unheil magnetisch angezogen wird.
Gerade unter feministisch und dekonstruktivistisch orientierten Intellektuellen ist »Buffy« zum Renner avanciert. Buffy nämlich subvertiert die Rollenklischees des archetypischen Horrorfilms: Statt hilflos aufs Monster zu starren und auf den Retter zu warten, darf die blonde Teenagerin, stellvertretend für alle ihre Geschlechtsgenossinnen, endlich einmal zurückschlagen - gegen Vampire, Dämonen und all die anderen hässlichen Gestalten, die einem Mädchen das Leben zur Hölle machen können.
Im Seminar soll diskutiert werden, ob es der Serie tatsächlich gelungen ist, für die Verbreitung feministischer und gesellschaftskritischer Inhalte im Fernsehen neue Maßstäbe zu setzen - und ob das im Rahmen von Kulturindustrie überhaupt möglich ist. Dabei soll es zum einen um Darstellungen von Sexualität in »Buffy« gehen: Entzieht sich die Liebe von Tara und Willow (die als erste lesbische Prime-Time-Beziehung öffentlich hohe Wellen geschlagen hat) ihrer Ausbeutbarkeit durch Männerphantasien bzw. Frauenfreundschaftskitsch? Lassen sich die »kastrierten Vampire« Angel und Spike als Repräsentanten maskuliner Sexualängste deuten?
Zum anderen soll es um Fragen kritischer Medientheorie gehen: Lassen sich ausgerechnet in den elendsten Mechanismen des Fernsehens, den Identifikationen aus zweiter Hand, dem Ineinander von Entfremdung und Alltag, Möglichkeiten des Umschlags finden?
Die Diskussion soll anhand von Referaten, ausgewählten Folgen bzw. Ausschnitten und Material aus Fanforen und Chatrooms von den Teilnehmenden geführt werden.
Die Seminarreihe"Geschlecht. Kultur. Generation" möchte einige der vielfältigen Facetten und Verschränkungen von Kultur, Medien, Geschlecht und Generation aus der Perspektive gesellschaftskritischer und kulturanalytischer Ansätze ansprechen und diskutieren.
Die vier einzelnen Seminare werden von externen ReferentInnen geleitet und sind in sich abgeschlossen, d.h. sie können auch einzeln besucht werden.
Die vier Blöcke sind nicht scheinfähig. Es können keine Leistungen für CPs/ LPs erbracht werden. Literatur wird in den jeweiligen Seminaren als Reader erhältlich sein.
Eine Anmeldung per E-mail ist unabdingbar, da die Seminare auch für außeruniversitäre 'MultiplikatorInnen' geöffnet sind.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum |
|---|
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erziehungswissenschaft GHR / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | kein LP Erwerb möglich | |||||
| Erziehungswissenschaft GymGe / Master of Education | (Einschreibung bis SoSe 2011) | kein LP Erwerb möglich | |||||
| Erziehungswissenschaft (Nebenfach) / Bachelor | (Einschreibung bis SoSe 2011) | Nebenfach | kein LP Erwerb möglich | ||||
| Pädagogik / Erziehungswissenschaft / Diplom | (Einschreibung bis SoSe 2008) | G.2.2; H.1.2; H.3.5 | nicht scheinfähig |