›Gastarbeit‹ ist keine abgeschlossene Episode der deutschen Migrationsgeschichte, sondern ein bis in die Gegenwart nachwirkendes Verhältnis von Arbeit, Migration, Geschlecht und sozialer Ungleichheit. In der Lehrveranstaltung untersuchen wir, wie migrantische Arbeitskräfte in der Bundesrepublik ökonomisch gebraucht, rechtlich reguliert, gesellschaftlich abgewertet und symbolisch ausgeschlossen wurden (Mattes, 2008; Menke, 2024). Ausgehend von der historischen Anwerbepolitik der 1950er bis 1970er Jahre fragt das Seminar danach, wie ›Gastarbeit‹ als geschlechtlich strukturiertes Ge-Brauchsverhältnis funktionierte (Kourabas, 2020). Ein besonderer Fokus liegt auf den häufig unsichtbar gemachten ›Gastarbeiter:innen‹, die in der Industrie, im Hotel- und Gastgewerbe, in der Hauswirtschaft und später verstärkt in Care- und Reproduktionsarbeit eingesetzt wurden. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, ›Gastarbeit‹ nicht als vergangene Ausnahme, sondern als Schlüsselkonstellation der bundesdeutschen Migrations- und Geschlechterordnung zu verstehen. Von dort aus werden Kontinuitäten und Verschiebungen gegenwärtiger Debatten über Migration, Flucht, Integration, Arbeitsmarktteilhabe und soziale Ungleichheit kritisch analysierbar.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mi | 14-16 | 12.10.2026-05.02.2027 |
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 30-M25 Fachmodul Transnationalisierung, Migration und Entwicklung Fachmodul Transnationalisierung, Migration und Entwicklung | Seminar 1 | Studienleistung
|
Studieninformation |
| Seminar 2 | Studienleistung
|
Studieninformation | |
| - | benotete Prüfungsleistung | Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.