220078 Deutschland um 1968. Utopien, Bilder, Praktiken (S) (WiSe 2026/2027)

Inhalt, Kommentar

Im Seminar „Deutschland um 1968. Utopien, Bilder, Praktiken“ analysieren wir den politisch-ästhetischen Werkzeugkasten der langen 1968. Dafür überprüfen wir die Annahme, dass kritische zeitgenössische Kunstpraktiken und entsprechende Geschichtsschreibung ohne das Schlagwort 1968 nicht denkbar sind. Dass also die ideologischen Kämpfe, politischen Krisen und Angriffe auf normative Strukturen „um 1968“ noch immer nachwirken. Und dass Kunst, und das meint hier auch weiter gefasste populäre Kulturen, Anteil daran hatte, Proteste auf vielfältige Weise sichtbar zu machen und zu verbreiten.

Die zentralen Themenkomplexe des Seminars umfassen die Bildpolitiken von Protestbewegungen, genauso wie dezidiert künstlerische Zusammenschlüsse. Wie werden uns mit „Fluxus“ in Köln (Mary Baumeister), mit dem „Kapitalistischen Realismus“ (Sigmar Polke, Gerhard Richter) sowie mit Hans Haackes institutionskritischen Analysen oder Joseph Beuys’ ökologischem Ansatz auseinandersetzen. Die Entwicklung kritischer filmischer Positionen wie die von Harun Farocki wird uns genauso beschäftigen, wie die feministischen Interventionen von Ulrike Rosenbach und Valie Export. Ebenso werden deutsch-deutsche Perspektiven berücksichtigt, wie die Entstehung der sogenannten Leipziger Schule (Hochschule für Grafik und Buchkunst) in der DDR. Außerdem analysieren wir anhand der Geschichte von Ausstellungen die „um 1968“ formulierten Ansprüche (z. B. die wegweisende Schau „Verändert die Welt! Poesie muss von allen gemacht werden!“ (1969)), sowie deren rückblickende Historisierung (z. B. die Ausstellung «Um 1968. Konkrete Utopien in Kunst und Gesellschaft» 1990 in Düsseldorf). Schließlich soll die Politisierung der Kunstgeschichte selbst reflektiert werden und damit Impulse, die die Revision des Kanons und der universitären Strukturen forderten und den Fokus auf interdisziplinäre Forschung sowie alltägliche Bildkulturen jenseits der „hohen Künste“ lenkten.

Literaturangaben

Der Lektüreapparat zum Seminar wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
14täglich Mi 14-18   21.10.2026-05.02.2027

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-BMM-Bilder Mastermodul Bilder in historischer Perspektive Mastermodul Bilder in historischer Perspektive
BMM-1.1
Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation
22-BMM-Forschung Forschungsmodul Bilder – Medien – Materialität Forschungsmodul Bilder – Medien – Materialität
BMM-1.1
Historische Kontextualisierung Studienleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.


Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
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WS2026_220078@ekvv.uni-bielefeld.de
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Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 29. Mai 2026 
Letzte Änderung Zeiten:
Freitag, 29. Mai 2026 
Letzte Änderung Räume:
Freitag, 29. Mai 2026 
Art(en) / SWS
Seminar (S) /
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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735833576