Wenn es denn in der Oberstufe einen mythischen Irrtum gibt, dann jenen vom „objektiven Wissen“. Der Anspruch einer Oberstufe als Vorbereitung für die Universität ist legitim, aber selbst dort, an den Universitäten hat man manchmal vergessen, wie Wissen eigentlich zustande kommt, welche empirischen, konzeptuellen, methodischen und metaphysischen Kompetenzschritte es braucht, um in jeglichem wissenschaftlichen Fach weiterzukommen.
Denn, so meinen Forneck und Wrana 2003, „Die Wirklichkeit ist keineswegs ein an sich existierendes Wissen (das Funktionieren einer Maschine, eine Fremdsprache, Kommunikationstechniken), es ist vielmehr ein in Institutionen, Regeln und Legitimationen kristallisiertes gesellschaftliches Wissen, eine objektive Wirklichkeit [kursiv von Johannes].
Dieses Wissen ist nur über Sprache, [also] seine symbolische Repräsentation zugänglich. Dabei kann nie die gesamte Wirklichkeit Gegenstand von Lernen sein, es handelt sich vielmehr immer um einen Ausschnitt, einen Focus, der Thema ist.“
Dort setzen wir mit Jacques Derrida’s (2009) Begriff der Différance an, welche eine viel radikalere Differenzierung einfordert, als wir es in schulischen „Binnendifferenzierung“ oder „Inklusion“ zu wagen denken. Wenn wir hingegen mit wissenschaftlichem Denken und seiner wissenschaftlichen Sprache in der Oberstufe spielerisch umgehen – und es sogar subversiv gebrauchen -, geben wir jungen Menschen in der Oberstufe ein Stück Verantwortung in die Hand.
Statt also in Oberstufen pädagogisch immer weiter Bildungsstandards herzustellen sollten wir Oberstufenschüler*innen entlang einer differenztheoretische Lerntheorie einladen an der Differenz ihres Selbst- und Weltverhältnisses zu arbeiten und sie dazu herausfordern, eine Lern - Praxis zu pflegen, in dem sie kritisch-wissenschaftliches Denken von innen her zu öffnen (siehe Klingovsky, 2013)
In dieser Veranstaltung findet ein Platzvergabeverfahren statt. Bitte informieren Sie sich hier über den Ablauf: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/studium-und-lehre/studiendekanat/studienorganisation/platzvergabe/
M.Ed. BiWi GymGe: Voraussetzung ist die Einschreibung im Master of Education BiWi GymGe im WiSe 2026/27
Derrida, Jacques (2009): Positionen. Wien: Passagen, p. 66
Forneck, Hermann; Wrana, Daniel (2003). Ein verschlungenes Feld: Einführung in die Erziehungswissenschaft.Bielefeld: WBV, p. 159
Klingovsky, Ulla (2013). Differenz(en) statt Kompetenz. Anmerkungen zu einer dekonstruktiven pädagogischen Professionalität. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs.
Freiarbeit
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Do | 12-14 | 12.10.2026-05.02.2027 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 25-BiWi15_a Education and Teaching (Advanced Secondary and Comprehensive Schools) Bildung, Erziehung und Unterricht (GymGe) | E3: Didaktik der Oberstufe | Study requirement
Graded examination |
Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.