Die Eroberungen Alexander des Großen führten den makedonischen König und sein Gefolge von Griechenland bis an den Hindukusch, von den Wüsten Ägyptens bis in die Sümpfe des Industals. Nach dem frühen Tod Alexanders 323 v. Chr. zerfiel sein Riesenreich und wurde in den jahrzehntelangen Diadochenkriegen in kleinere Königreiche aufgeteilt. Nach dem Tod Seleukos I. 281 v. Chr., der als letzter eine Vereinigung des gesamten Alexanderreichs angestrebt hatte, bildete sich politisch wie kulturell eine neue Welt. Mächtige griechisch-makedonische Königreiche wie jene der Ptolemäer in Ägypten, der Seleukiden in Vorderasien und der Antigoniden in der Ägäis prägten die hellenistische Welt, doch existieren weiterhin auch autonome Poleis wie Sparta oder Rhodos, die ihre Geltungsansprüche nicht aufgaben. Kleinere Gemeinden schlossen sich unterdessen zu koina zusammen, strikt strukturierten Bundesstaaten, die als organisches Ganzes funktionierten - so etwa der Achaierbund im Norden der Peloponnes oder der Aitolerbund in Westgriechenland.
Bereits die griechische Kolonisation hatte hellenische Lebensformen bis in den westlichen Mittelmeerraum und an die Nordküsten des Schwarzen Meeres gebracht, und auch dort blieben die gewaltigen Umwälzungen, die Alexander und seine Nachfolger ausgelöst hatten, nicht unbemerkt. Schließlich existieren neben den von griechischen Monarchen und Eliten geführten Reichen auch weiterhin einheimische Staatsgebilde, die den hellenistischen Einfluss in ganz verschiedenem Maße aufnahmen. So wandten sich die persischstämmigen Könige des Pontos in Nordanatolien zunehmend der griechischen Kultur zu, während ihre südlichen Nachbarn in Kappadokien nur oberflächlich an der ,Hellenisierung’ teilhatten. Im Modul werden wir versuchen, diese ganze Breite der hellenistischen Welt zu erfassen und die Beziehungen zwischen den verschiedenen Staaten und ihren Herrscher:innen zu rekonstruieren.
Wie gelang es den hellenistischen König:innen, über ethnisch heterogene Bevölkerungsgruppen in teils abgelegenen Gebieten zu herrschen? Setzte sich die Monarchie als Regierungsform dabei breitflächig durch? Wie reagierten die Nichtgriechen auf den hellenischen Einfluss, und wie unterschiedlich gestalteten sich ,griechische’ Lebensformen vom westlichen Mittelmeerraum bis zum Hindukusch, von der eurasischen Steppe bis zu den Ufern des Nils?
Das Modul ist als integrierte Veranstaltung konzipiert und sequentiell aufgebaut. Es kann daher nur als Ganzes belegt werden; ein Besuch nur der Historischen Orientierung / Übung oder des Seminars ist nicht möglich, wenn das Modul abgeschlossen werden soll! Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen beschränkt (Studierende ab 50 sowie Gasthörer*innen sind davon ausgeschlossen).
Abgeschlossener Grundkurs Antike
Chaniotis, Angelos, Age of conquests : the Greek world from Alexander to Hadrian, Cambridge (MA) 2018.
Gehrke, Hans-Joachim, Geschichte des Hellenismus, 4. Aufl. Berlin/Boston 2010.
Heuß, Alfred, Griechenland : die hellenistische Welt, Frankfurt/M. [u.a.] 1976.
Meißner, Burkhard, Hellenismus, 2. Aufl. Darmstadt 2016.
Walbank, Frank. W., Die hellenistische Welt, München 1985.
Weber, Gregor, Kulturgeschichte des Hellenismus : von Alexander dem Großen bis Kleopatra, Stuttgart 2007.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Di | 12-14 | 12.10.2026-05.02.2027 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
|
22-3.1
Main Module Pre-modern Period
3.1.2 |
Seminar Vormoderne | Study requirement
Graded examination |
Student information |
|
22-3.8
Optional Main Module
3.1.2 |
Seminar | Study requirement
Graded examination |
Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.
Das Modul ist als integrierte Veranstaltung konzipiert und sequentiell aufgebaut. Es kann daher nur als Ganzes belegt werden; ein Besuch nur der Historischen Orientierung / Übung oder des Seminars ist nicht möglich, wenn das Modul abgeschlossen werden soll! Für das ganze Modul: SL: Expertiseleistung zu Sekundärtext und historischem Kontext zu je einer Sitzung (Vertiefung von zwei Themen als Vorbereitung der Hausarbeit); PL: Hausarbeit im Umfang von 40.000-50.000 Zeichen (= 20-25 Seiten); s. Modulhandbuch. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen beschränkt (Studierende ab 50 sowie Gasthörer*innen sind davon ausgeschlossen).