220042 Griechisches Leben von Iberien bis zum Hindukusch? Staaten, Kulturen und Gesellschaften der hellenistischen Welt (Ü) (WiSe 2026/2027)

Inhalt, Kommentar

Die Eroberungen Alexander des Großen führten den makedonischen König und sein Gefolge von Griechenland bis an den Hindukusch, von den Wüsten Ägyptens bis in die Sümpfe des Industals. Nach dem frühen Tod Alexanders 323 v. Chr. zerfiel sein Riesenreich und wurde in den jahrzehntelangen Diadochenkriegen in kleinere Königreiche aufgeteilt. Nach dem Tod Seleukos I. 281 v. Chr., der als letzter eine Vereinigung des gesamten Alexanderreichs angestrebt hatte, bildete sich politisch wie kulturell eine neue Welt. Mächtige griechisch-makedonische Königreiche wie jene der Ptolemäer in Ägypten, der Seleukiden in Vorderasien und der Antigoniden in der Ägäis prägten die hellenistische Welt, doch existieren weiterhin auch autonome Poleis wie Sparta oder Rhodos, die ihre Geltungsansprüche nicht aufgaben. Kleinere Gemeinden schlossen sich unterdessen zu koina zusammen, strikt strukturierten Bundesstaaten, die als organisches Ganzes funktionierten - so etwa der Achaierbund im Norden der Peloponnes oder der Aitolerbund in Westgriechenland.
Bereits die griechische Kolonisation hatte hellenische Lebensformen bis in den westlichen Mittelmeerraum und an die Nordküsten des Schwarzen Meeres gebracht, und auch dort blieben die gewaltigen Umwälzungen, die Alexander und seine Nachfolger ausgelöst hatten, nicht unbemerkt. Schließlich existieren neben den von griechischen Monarchen und Eliten geführten Reichen auch weiterhin einheimische Staatsgebilde, die den hellenistischen Einfluss in ganz verschiedenem Maße aufnahmen. So wandten sich die persischstämmigen Könige des Pontos in Nordanatolien zunehmend der griechischen Kultur zu, während ihre südlichen Nachbarn in Kappadokien nur oberflächlich an der ,Hellenisierung’ teilhatten. Im Modul werden wir versuchen, diese ganze Breite der hellenistischen Welt zu erfassen und die Beziehungen zwischen den verschiedenen Staaten und ihren Herrscher:innen zu rekonstruieren.
Wie gelang es den hellenistischen König:innen, über ethnisch heterogene Bevölkerungsgruppen in teils abgelegenen Gebieten zu herrschen? Setzte sich die Monarchie als Regierungsform dabei breitflächig durch? Wie reagierten die Nichtgriechen auf den hellenischen Einfluss, und wie unterschiedlich gestalteten sich ,griechische’ Lebensformen vom westlichen Mittelmeerraum bis zum Hindukusch, von der eurasischen Steppe bis zu den Ufern des Nils?

Das Modul ist als integrierte Veranstaltung konzipiert und sequentiell aufgebaut. Es kann daher nur als Ganzes belegt werden; ein Besuch nur der Historischen Orientierung / Übung oder des Seminars ist nicht möglich, wenn das Modul abgeschlossen werden soll! Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen beschränkt (Studierende ab 50 sowie Gasthörer*innen sind davon ausgeschlossen).

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Abgeschlossener Grundkurs Antike

Literaturangaben

Chaniotis, Angelos, Age of conquests : the Greek world from Alexander to Hadrian, Cambridge (MA) 2018.

Gehrke, Hans-Joachim, Geschichte des Hellenismus, 4. Aufl. Berlin/Boston 2010.

Heuß, Alfred, Griechenland : die hellenistische Welt, Frankfurt/M. [u.a.] 1976.

Meißner, Burkhard, Hellenismus, 2. Aufl. Darmstadt 2016.

Walbank, Frank. W., Die hellenistische Welt, München 1985.

Weber, Gregor, Kulturgeschichte des Hellenismus : von Alexander dem Großen bis Kleopatra, Stuttgart 2007.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Di 10-12 B2-232 12.10.2026-05.02.2027
nicht am: 01.12.26
einmalig Di 10-12 H5 01.12.2026

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-3.1 Hauptmodul Vormoderne
3.1.2
Historische Orientierung Studieninformation
22-3.8 Wahlfreies Hauptmodul
3.1.2
Historische Orientierung Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.


Das Modul ist als integrierte Veranstaltung konzipiert und sequentiell aufgebaut. Es kann daher nur als Ganzes belegt werden; ein Besuch nur der Historischen Orientierung / Übung oder des Seminars ist nicht möglich, wenn das Modul abgeschlossen werden soll! Für das ganze Modul: SL: Expertiseleistung zu Sekundärtext und historischem Kontext zu je einer Sitzung (Vertiefung von zwei Themen als Vorbereitung der Hausarbeit); PL: Hausarbeit im Umfang von 40.000-50.000 Zeichen (= 20-25 Seiten); s. Modulhandbuch. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen beschränkt (Studierende ab 50 sowie Gasthörer*innen sind davon ausgeschlossen).

Kein E-Learningangebot vorhanden
registrierte Anzahl: 30 (1)
Dies ist die Anzahl der Studierenden, die die Veranstaltung im Stundenplan gespeichert haben. In Klammern die Anzahl der über Gastaccounts angemeldeten Benutzer*innen.
Teilnahmebegrenzung:
Begrenzte Anzahl Teilnehmer*innen: 25
Adresse:
WS2026_220042@ekvv.uni-bielefeld.de
Lehrende, ihre Sekretariate sowie für die Pflege der Veranstaltungsdaten zuständige Personen können über diese Adresse E-Mails an die Veranstaltungsteilnehmer*innen verschicken. WICHTIG: Sie müssen verschickte E-Mails jeweils freischalten. Warten Sie die Freischaltungs-E-Mail ab und folgen Sie den darin enthaltenen Hinweisen.
Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_733923654@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Dienstag, 11. August 2026 
Letzte Änderung Zeiten:
Mittwoch, 9. September 2026 
Letzte Änderung Räume:
Mittwoch, 9. September 2026 
Art(en) / SWS
Übung (Ü) / 2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
Fragen oder Korrekturen?
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Planungshilfen
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ID
733923654