230556 Dramentheorie und Dramenanalyse (S) (SoSe 2016)

Inhalt, Kommentar

Die Veranstaltung versucht am Beispiel des Dramas (Schwerpunkt: Tragödie) und der Dramentheorie (von ihren antiken Ursprüngen - Aristoteles - bis zur Moderne) einen umfassenden und dennoch textbezogenen Überblick über die stoffliche, ästhetisch-poetologische und kulturhistorische Entwicklung dieser Gattung zu vermitteln. So wird unter anderem die Transformation vom sich über Allegorien – welche Ideen, Lehrsätze etc. figurativ visualisieren sollen – artikulierenden Barockdrama bis hin zu den anthropologisch orientierten (Bildung von Charakteren) Stücken des Sturm und Drang ebenso behandelt werden, wie der Übergang von der klassischen Tragödie zum bürgerlichen Trauerspiel. Auch die Auflösung all dieser festen Formen des Tragischen durch das sogenannte postdramatische Theater in der klassischen Moderne und der Gegenwartsliteratur werden Teil der Diskussion sein. Dadurch erfahren sowohl der inhaltliche, formale und funktionale Wandel des tragischen Sujets als auch der kultur- und mediengeschichtliche Stellenwert der Institution Theater eine ausreichende Berücksichtigung. Von dieser Ausgangslage soll auch in zentrale Aspekte und Verfahren einer problemorientierten und kriteriengeleiteten Dramenanalyse eingeführt werden. Neben einer ausführlichen Berücksichtigung einiger kardinaler dramentheoretischer und poetologischer Texte (Aristoteles, Opitz, Gottsched, Lessing, Schiller, Nietzsche, Brecht, Artaud etc.) sollen folgende Dramen in der Veranstaltung behandelt werden:

1) William Shakespeare: Othello (1622)
2) Andreas Gryphius: Catharina von Georgien (1657)
3) Jakob Michael Reinhold Lenz: Die Soldaten (1776)
4) Heinrich von Kleist: Penthesilea (1808)
5) August Strindberg: Der Vater (1887)
6) Dea Loher: Manhattan Medea (1999)

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

1) Absolvierung einer Einführung in die germanistische Literaturwissenschaft
2) Lesedisziplin
3) Interessen an der Zusammenführung von Theorie und Text

Literaturangaben

1) Robert J. Alexander: Das deutsche Barockdrama, Stuttgart 1984
2) Bernhard Asmuth: Einführung in die Dramenanalyse, Stuttgart 2004, sechste Auflage
3) Hans-Dieter Gelfert: Die Tragödie. Theorie und Geschichte, Göttingen 1995.
4) René Girard: Shakespeare. Theater des Neides, München/Wien 2011
5) Rolf Grimminger: „Der Tod des Aristoteles: Über das Tragische und die Ästhetik der Gewalt", in: ders. (Hg.): Kunst - Macht - Gewalt: Der ästhetische Ort der Aggressivität, München 2000, S. 9-23
6) Andreas Huyssen: Drama des Sturm und Drang. Kommentar zu einer Epoche, München 1980
7) Benedikt Jeßing: Dramenanalye, Berlin 2015.
8) Volker Klotz: Geschlossene und offene Form im Drama, München 1970, fünfte Auflage.
9) Hans-Thies Lehmann: Postdramatisches Theater, Frankfurt am Main 1999
10) Hans-Thies Lehmann: Tragödie und dramatisches Theater, Berlin 2013.
11) Manfred Pfister: Das Drama. Theorie und Analyse, München 1994, achte Auflage.
12) Ulrich Profitlich (Hg.): Tragödientheorie. Texte und Kommentare. Vom Barock bis zur Gegenwart, Reinbek bei Hamburg 1999. (zur Anschaffung empfohlen!)
13) Franziska Schößler: Einführung in die Dramenanalyse, Stuttgart/Weimar 2012.
14) Franziska Schößler: Einführung in das bürgerliche Trauerspiel und das soziale Drama, Darmstadt 2015, vierte Auflage.
15) Peter Szondi: Versuch über das Tragische, Frankfurt am Main 1961.

Lehrende

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Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
23-GER-PLit1_ver1 Systematische Aspekte der Literaturwissenschaft Systematische Aspekte der Literaturwissenschaft Veranstaltung 1 (mit Modulprüfung) Studienleistung
benotete Prüfungsleistung
Studieninformation
Veranstaltung 2 Studienleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Germanistik / Master of Education (Einschreibung bis SoSe 2014) BaGerP2S   2/5  

1) Studienleistung: Kurzanalyse einer ausgewählten Dramenszene oder Zusammenfassung einer dramentheoretischen Position (ca. zwei Seiten)
2) Benotete Einzelleistung: Hausarbeit (ca. zwölf bis fünfzehn Seiten)

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Dienstag, 8. März 2016 
Letzte Änderung Zeiten:
Montag, 14. März 2016 
Letzte Änderung Räume:
Montag, 14. März 2016 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
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