Kafka hat höchstens ansatzweise eine Poetik formuliert. Über eine Rekonstruktion der Textgenese und detaillierte Textanalysen lässt sich allerdings eine implizite Poetik Kafkas herausarbeiten, die auf den assoziativen und ununterbrochenen Schreibfluß abzielt. Mit ihrer Hilfe lassen sich viele der textimmanenten Widersprüche und "kafkaesken" Geschehnisse in seinen Geschichten erläutern.
In der Lynch-Forschung, die produktionsästhetische Herangehensweisen bisher versäumt hat, gelten die meisten Lynch-Filme noch immer als verwirrend, schwer zugänglich und begrenzt interpretierbar. Mithilfe Kafkas impliziter Poetik wird jedoch über produktionelle und filmspezifische Aspekte eine ergiebige Annäherung an Lynchs Filme möglich.
Auch soll untersucht werden, inwieweit das audiovisuelle Erzählen durch Atmosphäre und Affekte handlungslogische Widersprüche bzw. referenzielle Unsicherheiten abschwächen kann. In einem Ausblick soll außerdem die Möglichkeit affektorientierten Verstehens auch für literarische Texte erörtert werden.
Im ersten Teil des Seminars werden Erzählungen, Romanausschnitte, Briefe etc. von Kafka sowie Sekundärtexte gelesen. Vor Seminarbeginn sollte außerdem Kafkas Schloß in der kritischen Ausgabe gelesen werden. Im zweiten Teil erfolgt die Analyse ausgewählter Filme von Lynch. Da aus zeitlichen Gründen nur kürzere Filme oder Ausschnitte gezeigt werden können, wird für den zweiten Teil die Kenntnis der Filme Lost Highway und Mulholland Drive vorausgesetzt.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Do | 12-14 | U2-205 | 07.04.-18.07.2008
nicht am: 01.05.08 / 22.05.08 |
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| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Literaturwissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2009) | MaLit5 | 3/7 | ||||
| Literaturwissenschaft / Master | (Einschreibung bis SoSe 2009) | MaLit10 | 3/7 |