220085 Wohn/Raum denken (S) (SoSe 2026)

Inhalt, Kommentar

Seit der Moderne wird Wohnen eng mit dem Privaten und Inneren verknüpft, das sich gegenüber Öffentlichkeit abgrenzt oder gezielt öffnet. Zugleich erweist es sich als ein von sozialen und machtförmigen Strukturen durchzogenes Feld, in dem Subjektivierungsprozesse stattfinden und etwa Geschlechterordnungen performativ hervorgebracht werden – wie sich bespielsweise an "A Room of One’s Own" von Virginia Woolf zeigen lässt.

Der heutige Wohnbegriff ist stark vom bürgerlichen 19. Jahrhundert geprägt und blendet alternative Wohnformen weitgehend aus. Diese Engführung wirkt bis in die Gegenwart, etwa wenn alternative Wohnformen oder Wohnungslosigkeit als soziale Abweichung markiert werden.

Zugleich ist Wohnen ein zentrales Feld künstlerischer und gestalterischer Auseinandersetzung. Bewegungen wie der Jugendstil, der Deutscher Werkbund oder das Bauhaus verhandelten Wohnen als gesellschaftliches Projekt und entwickelten unterschiedliche ästhetische und soziale Konzepte. Dieses Wissen lässt sich als Dispositiv im Sinne von Michel Foucault beschreiben. Die Übung setzt hier an, indem sie zentrale methodische Ansätze der Bild- und Kunstgeschichte – etwa diskursanalytische, praxeologische und gender-theoretische Zugriffe – an exemplarischen Objekten erprobt und deren Anwendbarkeit sowie mögliche Ergänzungen oder Widersprüche diskutiert.

Ausgangspunkt bildet das Ausstellungsprojekt „Wohnen ist Luxus“ des Museum Huelsmann, das am 16. Oktober 2026 eröffnet wird und im Seminar als Referenzrahmen dient. Neben der analytischen Auseinandersetzung mit Fragen zu Wohnformen, sozialer Ungleichheit und zukünftigen Perspektiven des Wohnens gestalten die Studierenden die Ausstellung aktiv mit.

Zwei gemeinsame Sitzungen mit Studierenden der Germanistik (Seminar „Erzähltes Wohnen“ von Prof. Dr. Berenike Herrmann) ergänzen das Programm. Dabei werden das Ausstellungsprojekt sowie "Ein Weberaufstand" (1893-1897) von Käthe Kollwitz und "Die Weber" von Gerhart Hauptmann gemeinsam diskutiert.

Im Rahmen der Übung ist ein Besuch der Ausstellung „Zuhause/At Home. Künstlerische Perspektiven auf Wohnen, Obdach und Unterkunft“ im Osthaus Museum Hagen geplant.

Literaturangaben

Katharina Eck, Johanna Hartmann, Kathrin Heinz, Christiane Keim (Hg.): Wohn/Raum/Denken : Politiken des Häuslichen in Kunst, Architektur und visueller Kultur, Bielefeld 2021.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  
wöchentlich Di 12-14 S1-209 13.04.-24.07.2026

Fachzuordnungen

Modul Veranstaltung Leistungen  
22-BKG-MTM Modul Theorien und Methoden der Bild- und Kunstgeschichte Übung zu Methoden der Bild- und Kunstgeschichte Studienleistung
Studieninformation

Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Studieren ab 50    

Keine Konkretisierungen vorhanden
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Hinweise:
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Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Donnerstag, 16. April 2026 
Letzte Änderung Zeiten:
Montag, 16. Februar 2026 
Letzte Änderung Räume:
Montag, 16. Februar 2026 
Art(en) / SWS
Seminar (S) / 2
Einrichtung
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie / Abteilung Geschichtswissenschaft
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ID
650315201