In dem Seminar geht es um eine pädagogische Frage nach Lernen als vielseitige methodische Auseinandersetzung mit den brisanten Themen der Welt in Einzelarbeiten, World-Café, Fish-Bowl, Sokratischen Gesprächen, oder Pädagogischem- Drama, um die klassische schulischen Lernsituationen, samt ihrer pädagogischen Ratgeber, auf den Prüfstand zu stellen.
Die allgemeine Didaktik scheint, wie Klepacki und Zirfas zeigen, in eine Krise geraten zu sein: “Insofern findet man heute oftmals weniger Diskussionen um eine allgemeinverbindliche (allgemeine) Didaktik, sondern einerseits Konzeptionen, die mehr oder weniger konkrete Unterrichtskonzeptionen, methodisch und medial orientierte Didaktiken und Best-Pratice-Konzeptionen enthalten.” (1)
Doch gerade wenn die Welt in Trümmern liegt, scheint der Bedarf einer allgemeinen Didaktik, die das Universale und Einheit stiftende des Pädagogischen zu erörtern versucht, am größten zu sein. Paradoxerweise ist ein solcher Anspruch in einem postfundamentalistischen Zeitalter aber zum Scheitern verurteilt, wenn die Anerkennung von Differenz, Andershiet und Singularitäten nicht in Rechnung gestellt wird. (2)
Wir wollen deshalb weder die allgemeine Didaktik der 1980er Jahre wiederherstellen noch wollen wir uns auf Best-Practice-Methodenratgeber verlassen, die Rezepte für guten Unterricht versprechen: “Postfundamentalistische Theorien halten beide Antworten für unbefriedigend. Zwar stimmen sie der antifundamentalistischen Zurückweisung von Letztbegründungen zu, aber sie folgern daraus nicht, dass Praktiken des Gründens und Begründens in der Politik keine Rolle spielen. Im Gegenteil, gerade weil es keine letzten Gründe gibt, müssen wir um die Grundlagen politischen Zusammenlebens streiten.” (3) Daher wollen wir allgemeindidaktisch im Postfundamentalismus denken, also den Versuch einer Post-Allgemeindidaktik wagen.
Um Klafki’s(4) kategoriale Bildung neu zu positionieren – also eine Art Post-Klafki zu etablieren - braucht es Raum für praktische Experimente von Didaktik jenseits klassischer Ratgeber für Unterrichtsmethoden . Dabei wird die These vorangestellt, dass pädagogische Arbeit an Schulen angesichts der Weltlage zynisch(5) wird, wenn demokratische Teilhabe am Unterricht nicht immer wieder umfassend besprochen und mit Lernenden diskutiert wird.
Was bedeutet in dem Zusammenhang, dass Schüler*innen von Geburt an Bürger*innen(6) sind, dass sie sogar Weltbürger*innen sind und sie nicht nur Lernende, sondern sogar Sprechende(7) sein können?
1 … Klepacki, Leopold und Jörg Zirfas. 2013. Theatrale Didaktik. Ein pädagogischer Grundriss des schulischen Theaterunterrichts. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, 13.
2 und 3 … Gebh, Sara und Sergej Seitz. 2024. Postfundamentalismus. Wien: Facultas/UTB, 8ff4 … Klafki, Wolfgang (1995) Schlüsselprobleme als thematische Dimension einer zukunftsbezogenen Allgemeinbildung. In: Schlüsselprobleme im Unterricht. Weinheim: Juventa 9-14
5 … Allen, Ansgar (2015) The Cynical Educator. Other Education: The Journal of Educational Alternatives Volume 4 (1) 4-15
6 … Rancière , Jacques ( 2018 ) Der unwissende Lehrmeister. Fünf Lektionen über die intellektuelle Emanzipation. Wien: Passagen Verlag
7 … Biesta, Gert (2010) Learner, Student, Speaker: Why it matters how we call those we teach. Educational Philosophy and Theory, Vol. 42, Nos. 5–6.
| Frequency | Weekday | Time | Format / Place | Period | |
|---|---|---|---|---|---|
| weekly | Mo | 8-10 | 13.04.-24.07.2026 |
| Module | Course | Requirements | |
|---|---|---|---|
| 25-BiWi10 School Development and Professional Collaboration Schulentwicklung und Professionelle Kooperation | E1: Organisations- und Schultheorie | Study requirement
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Student information |
| 25-BiWi15_a Education and Teaching (Advanced Secondary and Comprehensive Schools) Bildung, Erziehung und Unterricht (GymGe) | E2: Organisation und Schulentwicklung | Study requirement
Graded examination |
Student information |
The binding module descriptions contain further information, including specifications on the "types of assignments" students need to complete. In cases where a module description mentions more than one kind of assignment, the respective member of the teaching staff will decide which task(s) they assign the students.