Organisationen, die Menschen in belastenden Lebenssituationen beraten, begleiten und unterstützen, sind Orte des Lernens, der Entwicklung – und mitunter auch der Überforderung. In ihnen treffen vielfältige Anforderungen und Dynamiken aufeinander, wodurch sich Belastungen auf individueller und organisationaler Ebene überlagern und verstärken können.
Eine traumasensible Haltung und Beratungspraxis trägt dazu bei, in solchen Kontexten Sicherheit, Stabilität und Vertrauen zu fördern.
Das Seminar eröffnet einen fundierten Zugang zur traumasensiblen Beratung in organisationalen Zusammenhängen und verbindet theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Zugängen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie traumabezogene Belastungen von Individuen, Teams und Organisationen erkannt, eingeordnet und im Rahmen professioneller, machtsensibler Beratung berücksichtigt werden können.
Seminarinhalte
· Grundlagen der Psychotraumatologie: Einführung in zentrale Konzepte der Psychotraumatologie und deren Bedeutung für Beratung, Interaktion und organisationale Prozesse. Thematisiert werden Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf individuelles Erleben, professionelle Beziehungen, Teamdynamiken und institutionelle Strukturen.
· Traumasensible Beratung und Organisationskultur: Reflexion traumasensibler Haltungen und Handlungsstrategien, insbesondere im Hinblick auf Stabilisierung, Ressourcenaktivierung und die Gestaltung sicherer Rahmenbedingungen. Analysiert wird die Rolle organisationaler Kulturen für Belastung, Schutz und Unterstützung.
· Abgrenzung von Beratung und Therapie: Analyse der spezifischen Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen (sozial‑)pädagogischer Beratung im Unterschied zu therapeutischen Angeboten. Im Fokus stehen alltags- und lebensweltorientierte Ansätze sowie Fragen professioneller Rollenklärung.
Qualifikations- und Kompetenzziele
· Traumabezogene Dynamiken in Beratungs- und Organisationskontexten fachlich fundiert erkennen und einordnen.
· Eine reflexive, machtsensible und professionsethische Haltung gegenüber Beratung und Organisationsentwicklung entwickeln und in professionelles Handeln integrieren.
· Traumasensible Gesprächs- und Beratungsstrategien theoriegeleitet analysieren, reflektieren und weiterentwickeln.
· Wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Herausforderungen professioneller Beratung verknüpfen und kritisch reflektieren.
Lehr- und Lernformen
Das Seminar ist dialogisch und praxisorientiert gestaltet. Es kombiniert theoretische Inputs, gemeinsame Textarbeit, Diskussionen im Plenum und in Kleingruppen, Fallarbeit sowie anwendungsbezogene Reflexionsformate. Die Auseinandersetzung mit den bereitgestellten Materialien und die aktive Beteiligung am gemeinsamen Lernprozess sind zentrale Bestandteile des Seminars.
In dieser Veranstaltung findet ein Platzvergabeverfahren statt. Bitte informieren Sie sich hier über den Ablauf: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/studium-und-lehre/studiendekanat/studienorganisation/platzvergabe/
· Beckrath-Wilking, Ulrike et al. (2013). Traumafachberatung, Traumatherapie & Traumapädagogik. Ein Handbuch für Psychotraumatologie im beratenden, therapeutischen & pädagogischen Kontext. Paderborn: Junfermann.
· Hantke, Lydia; Görges, Hans-Joachim (2012). Handbuch Traumakompetenz. Basiswissen für Therapie, Beratung und Pädagogik. Paderborn: Junfermann.
· Scherwath, Corinna; Friedrich, Sibylle (2020). Soziale und pädagogische Arbeit bei Traumatisierung. (4. Aufl.). München: Ernst Reinhardt.
· Schulze, Heidrun; Loch, Ulrike; Gahleitner, Silke B. (2021). Soziale Arbeit mit traumatisierten Menschen. Plädoyer für eine Psychosoziale Traumatologie. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. (4. Aufl.). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| einmalig | Di | 16-17:30 | 21.04.2026 | Vorbesprechung | |
| einmalig | Sa | 9-16:15 | 09.05.2026 | ||
| einmalig | So | 9-16:15 | 10.05.2026 | ||
| einmalig | Sa | 9-16:15 | 30.05.2026 | ||
| einmalig | So | 9-16:15 | 31.05.2026 |
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 25-BE-IndiErg1_a IndiErg: Organisation, Qualität und Beratung IndiErg: Organisation, Qualität und Beratung | E1: Beratung und Organisationsentwicklung | Studienleistung
unbenotete Prüfungsleistung |
Studieninformation |
| E3: Beratung und Organisationsentwicklung oder Professionelles Handeln und Qualität | Studienleistung
unbenotete Prüfungsleistung |
Studieninformation | |
| 25-BE11 Abschlussmodul Abschlussmodul | E1: Seminar | Studienleistung
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Studieninformation |
| 25-BE4 Beratung und Organisationsentwicklung Beratung und Organisationsentwicklung | E2: Organisationsentwicklung und -forschung | Studienleistung
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Studieninformation |
| 25-UFP-P1 Individuelle Profilbildung: Organisation, Qualität, Beratung Individuelle Profilbildung: Organisation, Qualität, Beratung | E1: Beratung und Organisationsentwicklung | Studienleistung
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Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.
| Studiengang/-angebot | Gültigkeit | Variante | Untergliederung | Status | Sem. | LP | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studieren ab 50 |
Studienleistung
Die Studienleistung erfolgt in Form von Referaten. Hierzu bilden sich thematische Gruppen, die sich mit einem Handlungsfeld der traumasensiblen Beratung auseinandersetzen. Innerhalb der Gruppen werden eigenständige inhaltliche Schwerpunkte erarbeitet und im Seminar interaktiv vorgestellt, etwa durch Diskussionsimpulse, kurze Arbeitsphasen oder fallbezogene Reflexionsformate. Ziel ist eine gemeinsame Vertiefung der Inhalte und deren Bezug zu professionellen Kontexten.
Unbenotete Prüfungsleistung (IndiErg)
Alternativ kann eine unbenotete Prüfungsleistung im Rahmen der individuellen Ergänzung erbracht werden. In einem schriftlichen Bericht werden handlungsfeldübergreifende Aspekte reflektiert, die eine traumasensible Beratung in organisationalen Kontexten begünstigen. Theoretische Perspektiven aus dem Seminar sind mit eigenen Reflexionen zu verknüpfen und in den jeweiligen professionellen Bezug einzuordnen.