Hilft ein Zauberspruch gegen Zahnschmerzen? Kann man die Zukunft vorhersagen? Gibt es Hexen und, wenn ja, welche Macht besitzen sie? Welchen Einfluss hat der Teufel auf den Menschen? Sind er und der Zauberer bzw. die Hexe miteinander im Bunde? Solchen und ähnlichen Fragen wollen wir uns im Seminar zuwenden und uns mit den vielfältigen Vorstellungen und Praktiken von Magie, Zauberei und Hexerei am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit auseinandersetzen. Im Zentrum stehen die kulturellen, religiösen und sozialen Deutungen von Zauberei und Hexerei sowie deren Dämonisierung im Kontext von theologischem, juristischem und literarischem Diskurs. Anhand ausgewählter Texte – u.a. Johannes Hartliebs ›Buch aller verbotenen Künste‹, der Traktat ›Von den vnholden oder hexen‹ des Ulrich Molitoris, Fastnachtspiele und Meisterlieder des Hans Sachs sowie das ›Faustbuch‹ – untersuchen wir, wie sich elaborierte Vorstellungen von Magie, Aberglaube (superstitio), Teufelspakt und Hexereidelikt herausbildeten und wie sie literarisch produktiv wurden. Ziel ist es dabei auch, die (literatur-)historischen Bedingungen dieser Entwicklung zu reflektieren und Magie auf ihren Status als eines integralen Bestandteils frühneuzeitlicher Weltdeutung hin zu befragen.
Herzlich eingeladen sind Sie, neben dem Seminar auch das an Dienstagen, 18–20 Uhr, stattfindende Literaturwissenschaftliche Kolloquium zum Thema ›(Wieder-)Verzaubern – Sprach- und literaturwissenschaftliche Zugänge zu Hexen-Figurationen‹ zu besuchen! Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Die Primärtexte werden in einem Reader zur Verfügung gestellt.
Zur Einführung empfohlen:
Dillinger, Johannes: Hexen und Magie. 2. Aufl. Frankfurt, New York 2018.
Eming, Jutta und Volkhard Wels (Hrsg.): Der Begriff der Magie in Mittelalter und Früher Neuzeit. Wiesbaden 2020 (Episteme in Bewegung 17).
Voltmer, Rita: Vom getrübten Blick auf die frühneuzeitlichen Hexenverfolungen – Versuch einer Klärung. Online: https://fowid.de/sites/default/files/download/hexenverfolgungen_rita_voltmer_ta-2006-12.pdf [letzter Zugriff: 31.12.2025].
| Rhythmus | Tag | Uhrzeit | Format / Ort | Zeitraum | |
|---|---|---|---|---|---|
| wöchentlich | Di | 14-16 | 13.04.-24.07.2026 |
| Modul | Veranstaltung | Leistungen | |
|---|---|---|---|
| 23-GER-BasLit Basismodul Literaturwissenschaft: Historische Aspekte der Literatur: Epochen und Epochenumbrüche Basismodul Literaturwissenschaft: Historische Aspekte der Literatur: Epochen und Epochenumbrüche | Seminar zur deutschen Literaturgeschichte | Studienleistung
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Studieninformation |
| - | benotete Prüfungsleistung | Studieninformation |
Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.