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300318 Empirische Praxis (S) (WiSe 2015/2016)

Inhalt, Kommentar

Ziel dieser Veranstaltung ist es, Sie im Rahmen eines kleinen eigenen Projekts zentrale Schritte der quantitativen empirischen Forschung erproben zu lassen. Sie festigen Ihre Kompetenz, das Handwerkszeug der empirischen Forschung selbständig zu nutzen, um innovative Erkenntnisse zu gewinnen.

Sie schlüpfen in die Rolle des Forschers: Die Initiative liegt bei Ihnen. Ihre Kreativität ist gefordert. Sie bestimmen den Gegenstand und die Methoden. Dabei können Sie auf fachliche Beratung zurückgreifen.

Zu den Stationen des Forschungsprozesses gehören:

- die Auswahl eines Themas
- die Präzisierung einer empirische bearbeitbaren Fragestellung
- die Formulierung testbarer Hypothesen
- die Klärung zentraler Begriffe
- die Operationalisierung in einem Erhebungsinstrument
- die Datenerhebung
- die Datenerfassung
- die Datenanalyse
- die Interpretation und schriftliche Dokumentation der Ergebnisse in einem Forschungsbericht.

Ihre Leistung besteht darin, alle diese Stationen selbständig zu durchlaufen.

Das Thema wählen Sie nach persönlichem Interesse. Wir beraten die Auswahl, Präzisierung und Eingrenzung gemeinsam in der Startphase der Veranstaltung. Hier einige Beispiele in früheren Veranstaltungen gewählter Themen:

- Sind Unternehmen erfolgreicher, wenn der Vorstandsvorsitzende eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung hat? (Datenerhebung: Homepages international tätiger Unternehmen)
- Fördert vegetativ stimulierende Musik aggressives Verhalten? (Face-to-face-Erhebung)
- Besitzen Jugendliche mit Migrationshintergrund eine höhere Gewaltbereitschaft als deutsche Jugendliche? (Face-to-face-Erhebung)
- Kaufen einkommensschwache Familien häufiger bei Discountern ein als einkommensstarke? (Face-to-face-Erhebung)
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen Umweltbewußtsein und dem Kauf von Bioprodukten? (Face-to-face-Erhebung)

Ebenso denkbar wäre:

- Schätzen Arbeiter den Wert schulischer Bildung geringer ein als Akademiker?
- Sind Vegetarier schlanker als Karnivoren?
- Mögen Frauen Haustiere mehr als Männer?
- Hängt die Einstellung zu Wladimir Putin von der politischen Ausrichtung ab?
- Welches soziale Milieu ist besonders aufstiegsorientiert?
- Verhalten sich Radfahrer umweltbewußter als der Bevölkerungsdurchschnitt?
- Haben religiöse Menschen größere Vorurteile gegenüber sexuellen Minderheiten als nichtreligiöse?

Bitte entwickeln Sie vor Beginn der Veranstaltung Ideen für mögliche eigene Themen. Sie haben dabei, wie generell in dieser Veranstaltung, erhebliche Freiräume, die Sie selbständig füllen können, aber auch füllen müssen.

Beim Entwurf eines Erhebungsdesigns beachten wir praktische Kriterien, um den Arbeitsaufwand für Sie in realistischen Grenzen zu halten. Trotzdem müssen Sie erheblichen Zeitaufwand einplanen, da Sie alle Schritte einschließlich der Datenerhebung selbst durchführen müssen.

Wie Sie die notwendigen Daten erheben, besprechen wir im Seminar und in individuelle Beratungsgesprächen. Eine face-to-face-Datenerhebung ist das häufigste Verfahren, möglich ist aber auch die quantitative Dokumentenanalyse, Online-Erhebung, teilnehmende Beobachtung etc. Ihre Fragestellung entscheidet über das Erhebungsverfahren, nicht umgekehrt!

Zum gewählten Thema muß ein empirischer Zugang möglich sein:
- Der Feldzugang (z. B. das Auffinden befragbarer Personen) soll praktikabel sein.
- Es muß möglich sein, Ihre Fragen zu operationalisieren, also etwa Kategorien zu entwickeln und in eine Sprache zu übersetzen, die ein Proband/Informant versteht.
- Ihre Frage muß sich als Hypothese formulieren lassen, die empirisch testbar ist.

Es ist von Vorteil, wenn Sie sich in irgendeiner Weise im Studium oder in anderen Zusammenhängen bereits mit dem Thema befaßt haben und thematisch einschlägige Literatur kennen. Da hier aber die Forschungsmethoden im Vordergrund stehen, müssen Sie nicht bereits Expertin oder Experte für das Thema sein.

Sie müssen einführende Methodenveranstaltungen besucht haben und grundlegende Konzepte der quantitativen empirischen Forschung beherrschen. Ohne Grundkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Statistik ist eine Teilnahme nicht sinnvoll. Sie sollten insbesondere in der Lage sein, durch selbständige Datenanalysen Aussagen über den Gegenstand zu machen, also ihn zu beschreiben und Antworten auf die gewählten Fragen (nach Zusammenhängen o.ä.) zu finden. Einfache Analysetechniken wie Kreuztabellen oder Mittelwertvergleiche sind für unsere Zwecke manchmal ausreichend, aber oft sind Korrelationen, Regressionen, Varianzanalyse etc. besser geeignet. Sie dürfen andere Techniken anwenden, wenn Sie sie beherrschen. Sie benutzen die Analysesoftware Ihrer Wahl (SPSS, Stata, R, SAS ...). Es ist aber verboten, Zauberlehrling zu spielen: Experimentieren Sie nicht mit statistischen Prozeduren, die Sie nicht erlernt haben!

Wenn Sie keinerlei Erfahrungen mit einem statistischen Analysepaket besitzen, müssen Sie zusätzlichen Zeitaufwand einplanen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird eine Unterweisung in die Nutzung von Statistiksoftware nicht möglich sein.

Sie erhalten für einen vollständigen Forschungszyklus der beschriebenen Art vier Leistungspunkte. Dafür schreiben Sie einen ca. 15-seitigen Bericht über Ihr Projekt, in dem Sie die einzelnen Schritte bis hin zur Interpretation der Ergebnisse dokumentieren. Sie können sich dabei an einem Gliederungsvorschlag orientieren, den Sie vom Veranstalter erhalten.

Arbeitsweise: Die ersten Sitzungen dienen Ihrer allgemeinen Information und sind als Plenumsveranstaltungen im Seminarraum vorgesehen. Danach hat unsere Arbeit Projektcharakter. Wir gehen zur Einzel- bzw. Gruppenarbeit über. Einzelbetreuung findet im Büro des Veranstalters (X E1-260) statt.

Studierende, die weniger als vier Leistungspunkte erwerben wollen, können mit dem Veranstalter ein entsprechend kleineres Forschungsprogramm verabreden.

In case you prefer to speak and write English we shall find a solution. Please contact your teacher.

Lehrende

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Modul Veranstaltung Leistungen  
30-M10 Vertiefung Methoden II Empirische Praxis Studienleistung
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Die verbindlichen Modulbeschreibungen enthalten weitere Informationen, auch zu den "Leistungen" und ihren Anforderungen. Sind mehrere "Leistungsformen" möglich, entscheiden die jeweiligen Lehrenden darüber.

Konkretisierung der Anforderungen
Keine Konkretisierungen vorhanden
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