300044 Lehrforschung: Schlüsselkompetenzen (Phase I) (LEH) (SoSe 2006)

Inhalt, Kommentar

1. Zielsetzung und Fragestellungen

Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden des Diplomstudiengangs dazu zu befähigen, eigene empirische Forschungsprojekte quantitativer Art durchzuführen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die bisher erworbenen Kenntnisse aus dem Bereich der Datenerhebung, der Statistik und der multivariaten Datenanalyse auf einen bestimmten Forschungsgegenstand hin anzuwenden. In diesem Fall geht es um Schlüsselkompetenzen.

Unter Schlüsselkompetenzen versteht man ganz allgemein fachübergreifende oder fachinspezifische Kompetenzen, die zur Bewältigung von situativen Anforderungen im Bereich des Familie, des Berufs, in der Freizeit usw. grundlegend sind. Üblicherweise zählt man hierzu Selbstständigkeit, Kooperations- und Konfliktfähigkeit und die Fähigkeit zur interaktiven Nutzung von Instrumenten und Hilfsmitteln.

Mit dem Bologna-Abkommen zur Einführung gestufter Studiengänge in der EU sind für alle BA-Studiengänge Module vorgesehen, in denen berufsbezogene Schlüsselkompetenzen vermittelt werden sollen. Inzwischen haben viele Fakultäten/Fachbereiche an deutschen Universitäten, so auch die Universität Bielefeld Module für ihre BA-Studiengänge formuliert, in denen derartige Kompetenzen vermittelt werden sollen, die allerdings hinsichtlich ihrer inhaltlichen Ausrichtung auf die Art der zu vermittelnden Kompetenzen, ihrer fachlichen Einbindung und ihrer methodisch-didaktischen Struktur höchst unterschiedlich ausgestaltet sind.

Im Rahmen dieser Lehrforschung soll im Einzelnen den folgenden Fragen nachgegangen werden:
1. Was versteht man allgemein unter Schlüsselkompetenzen?
2. Was versteht man in der Universität Bielefeld unter Schlüsselkompetenzen?
3. Wie werden in ausgewählten Lehrveranstaltungen ausgewählter Fakultäten der Universität Bielefeld Schlüsselkompetenzen vermittelt?
4. Inwieweit werden durch die entsprechenden Veranstaltungen die gewünschten Schlüsselkompetenzen auch faktisch vermittelt?

In methodischer Hinsicht stellen sich dann die folgenden Fragen?
1. Wie lassen sich Schlüsselkompetenzen empirisch ermitteln?
2. Wie lassen sich Schlüsselkompetenzen methodisch-didaktisch vermitteln?
3. Wie kann man Veränderungen im Bereich der Schlüsselkompetenzen empirisch gültig erheben? Hierzu wird ein Forschungsdesign verlangt, das man als Evaluationsforschung bezeichnet.

2. Vorgehensweise

Die Bearbeitung der Forschungsfragen verlangt sowohl die Erarbeitung inhaltlicher theoretischer und empirischer Erkenntnisse als auch die Entwicklung eines Forschungsdesigns und die Entwicklung von Erhebungsmethoden und Erhebungsinstrumenten, die konkrete Datenerhebung und Datenaufbereitung, die Datenanalyse und die Erstellung eines Forschungsberichts, der die Fragen beantwortet.

3. Grober Zeitplan

Sommersemester 2006:

  • Inhaltliche Aspekte: Erarbeitung der inhaltlichen Fragestellungen, Aufarbeitung des Forschungsstandes, Entwicklung eines theoretischen Modells der Beschreibung und Erklärung von Schlüsselkompetenzen, Operationalisierung der Kompetenzen, Entwicklung von Erhebungsinstrumenten, Bestimmung von Grundgesamtheiten, Stichproben und Auswahlverfahren, Festlegung des Forschungsdesigns, Pretest der Instrumente
  • Methodische Aspekte: Wiederholung von Verfahren der Datenerhebung, von Auswahlverfahren und Behandlung von Verfahren der Evaluationsforschung

Wintersemester 2006/2007:

  • Durchführung der Felderhebungen, Datenverknüpfungen, Datenaufbereitungen

Sommersemester 2007:

  • Datenanalyse und Abfassung des Forschungsberichts

Ein genauer Zeitplan wird zu Beginn des Semesters gemeinsam erarbeitet.

Teilnahmevoraussetzungen, notwendige Vorkenntnisse

Methoden empirischer Sozialforschung, Statistik I u. II, multivariate Verfahren der Datenanalyse

Literaturangaben

Erpenbeck, J. u. von Rosenstiel, L. (Hrsg.) (2003), Handbuch der Kompetenzmessung, Stuttgart
Fend, H. (1981), Theorie der Schule, München, Wien, Baltimore
Lange, E. (1983), Zur Entwicklung und Methodik der Evaluationsforschung in der Bundesrepublik Deutschland, ZfS 3, 1983, S. 253- 270
Lange, E. (1992), Theoretisches Modell zur Beschreibung und Erklärung von ¿erfolgreichem¿ Hochschulunterricht, Bielefeld, Ms.
Lange, E. (2005) Soziologie des Erziehungswesens, 2. komplett überarbeitete Auflage, Wiesbaden
Lange, E. (2005), Zur Evaluation von Schlüsselkompetenzen in BA-Studiengängen, Projektantrag an das BMBW, Ms.
Mertens, D. (1974), Schlüsselqualifikationen. Thesen zur Schulung für eine moderne Gesellschaft. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nr.7, S.36-43.
Orth, H. (1999), Schlüsselqualifikationen an den deutschen Hochschulen, Neuwied; Kriftel
Rossi, P.H., Freeman, H.E. & Hofmann, G. (1988), Programm-Evaluation. Einführung in die Methoden angewandter Sozialforschung, Stuttgart
Rychen D.S. & Salganik L.H. (Eds.) (2001), Defining and Selecting Key Competencies. Göttingen
Rychen D.S. & Salganik, L.H. (Eds.) (2003), Key Competencies for a Successful Life and a Well Functioning Society, Göttingen,
Salganik, L.H, Rychen, D.S., Moser, U. & Konstant, J. (1999), Projects on competencies in the OECD context: Analysis of theoretical and conceptual foundations. Neuchâtel
Stockmann, R. (Hrsg.) (2004), Evaluationsforschung. Grundlagen und ausgewählte Forschungsfelder, Opladen
Weinert, F.E. (2001), Concept of competence: A conceptual clarification, in: D.S. Rychen & L.H. Salganik (Eds.), Defining and selecting key competencies, S.45¿65, Göttingen

Zur Unterstützung der Durchführung wird die Veranstaltung ins Blackboard eingestellt.

Lehrende

Termine ( Kalendersicht )

Rhythmus Tag Uhrzeit Format / Ort Zeitraum  

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Fachzuordnungen

Studiengang/-angebot Gültigkeit Variante Untergliederung Status Sem. LP  
Soziologie / Diplom (Einschreibung bis SoSe 2005) 2.5 Wahlpflicht HS

Keine Konkretisierungen vorhanden
Kein E-Learningangebot vorhanden
registrierte Anzahl: 17
Dies ist die Anzahl der Studierenden, die die Veranstaltung im Stundenplan gespeichert haben. In Klammern die Anzahl der über Gastaccounts angemeldeten Benutzer*innen.
Teilnahmebegrenzung:
Begrenzte Anzahl Teilnehmer*innen: 20
Adresse:
SS2006_300044@ekvv.uni-bielefeld.de
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Falls die Belegnummer mehrfach im Semester verwendet wird können Sie die folgende alternative Verteileradresse nutzen, um die Teilnehmer*innen genau dieser Veranstaltung zu erreichen: VST_585650@ekvv.uni-bielefeld.de
Hinweise:
Weitere Hinweise zu den E-Mailverteilern
Letzte Änderung Grunddaten/Lehrende:
Freitag, 11. Dezember 2015 
Letzte Änderung Zeiten:
Donnerstag, 16. Februar 2006 
Letzte Änderung Räume:
Donnerstag, 16. Februar 2006 
Art(en) / SWS
Lehrforschung (LEH) / 4
Einrichtung
Fakultät für Soziologie
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585650