300333 Soziologie der Schule (S) (SoSe 2026)

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Schulen gehören zu jenen wenigen Organisationstypen, mit denen in der modernen Gesellschaft jeder und jede im Laufe des Lebens umfänglichen Kontakt hat (ähnlich Herzog 2011). Schon aus eigener, lebensweltlicher Erfahrung hat man daher eine Vorstellung davon, was in Schulen vor sich geht, welche Zwecke sie verfolgen, wie sich Machtverhältnisse ausbilden, wie ihr Kerngeschehen – der Unterricht – abläuft wird und wie sich das soziale Miteinander jenseits formaler Vorgaben gestaltet. Mit der (Organisations-) Soziologie lässt sich der Organisationstypus Schule genauer in den Blick nehmen und in seinen gesellschaftlichen Funktionen, organisationalen Strukturen und interaktiven Besonderheiten beleuchten.
Schulen fungieren als Sozialisationsinstanz, in denen Schülerinnen und Schüler gewissermaßen erst zu „Mitgliedern der Gesellschaft“ werden (Krais 2014). Als Teil des Erziehungssystems der Gesellschaft kommen Schulen zudem Allokations- und Legitimationsfunktionen zu: Sie weisen Kindern und Jugendlichen einen Platz in der Gesellschaft zu und legitimieren etwa das Leistungsprinzip als Grundlage sozialer Differenzierung (Herzog 2011). Inwiefern Schulen dabei selbst Orte der Ungleichheitsreproduktion darstellen, wurde vielfach untersucht (vgl. etwa Berkenmeyer & Meißner 2017). Als Organisationen zeichnen sich Schulen mitunter dadurch aus, dass sie in der Gestaltung ihrer Strukturen staatlichen Vorgaben unterliegen und daher, etwa im Vergleich zu Unternehmen, über wenig Autonomie verfügen (Drepper & Tacke 2023), während ihrem Personal – Lehrerinnen und Lehrern – weitgehende Freiheiten in der Durchführung des eigenen Unterrichts zukommt. Als „people-processing organizations“ (Hasenfeld 1972) zielen Schulen auf eine Veränderung der Personen, die sie adressieren – Schülerinnen und Schüler – ab und greifen hierfür primär auf (Unterrichts-) Interaktion zurück, die aus soziologischer Perspektive jedoch immer noch begrenzt steuerbar ist.
Im Seminar werden wir Schule als Organisation in diesem Facettenreichtum betrachten und dazu insbesondere auf grundlegende soziologische Texte zur Schule zurückgreifen, ohne jedoch aktuelle Diskussionsstränge außer Acht zu lassen. Darüber hinaus werden immer wieder Parallelen sowie Abgrenzungen zu anderen Disziplinen, die sich mit Schule beschäftigen, v. a. der Pädagogik, diskutiert. Teilnahmevoraussetzung sind Grundkenntnisse in der Organisationssoziologie sowie die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme in Plenar- und Kleingruppenarbeit. Es besteht die Möglichkeit, die Modulprüfung in Form einer Hausarbeit bereits im Laufe des Seminars vorzubereiten, wozu es immer wieder schreibdidaktische Inputs geben wird.

Bibliography

Berkemeyer, Nils / Meißner, Sebastian (2017): Soziale Ungleichheiten im Schulsystem und das Desiderat einer Soziologie der Schule. In: Baader, Meike Sophia / Freytag, Tatjana (Hrsg.): Bildung und Ungleichheit in Deutschland. Wiesbaden, Heidelberg: Springer VS, S. 229-253.
Drepper, Thomas / Tacke, Veronika (2023): Die Schule als Organisation. In: Apelt, Maja / Tacke, Veronika (Hrsg.): Handbuch Organisationstypen. Wiesbaden, Heidelberg: Springer VS, S. 399-429.
Hasenfeld, Yeheskel (1972): People Processing Organizations: An Exchange Approach, in: American Sociological Review, Jg. 37, Nr. 3, S. 256-263.
Herzog, Walter (2011): Schule und Schulklasse als soziale Systeme. In: Becker, Rolf (Hrsg.): Lehrbuch der Bildungssoziologie. Wiesbaden: Springer VS, S. 163-202.
Krais, Beate (2014): Bildungssoziologie, in: DDS – Die Deutsche Schule, Jg. 106, Nr. 3, S. 264-290.

Teaching staff

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Frequency Weekday Time Format / Place Period  
every two weeks Mo 14-18   20.04.-24.07.2026

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30-M32 Specialization Module Organization II (advanced) Fachmodul Organisation II (erweitert) Problemfeldanalyse oder Vertiefungsseminar Study requirement
Student information
Vertiefungsseminar Study requirement
Student information
- Graded examination Student information

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Type(s) / SWS (hours per week per semester)
seminar (S) / 2
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